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News

  • Die Europäische Kommission geht gegen garantierte Freiheiten für den Personen- und Kapitalverkehr vor

    Über dieses „Weihnachtsgeschenk“ wird sich Spanien nicht freuen: Die Europäische Kommission hat gestern, am 23. Dezember 2019, bekanntgegeben, dass sie wegen der umstrittenen Auslandsvermögenserklärung „Modelo 720“ vor Gericht geht. Die beiden Hauptargumente: ein vollkommen überzogenes Strafregime und die Aushebelung der üblichen Verjährungsnormen. Damit würde diese Informationserklärung, die für das Steuerjahr 2012 erstmals eingereicht werden musste, die von der EU garantierten Freiheiten für den Personen- und Kapitalverkehr einschränken.

    Die Kommission gesteht zwar zu, dass für die Bekämpfung der Korruption und Steuerhinterziehung drastische Maßnahmen angemessen erscheinen. Doch Spanien habe mit den Regelungen des Modelo 720 kilometerweit übers Ziel geschossen. Die Erklärung verlangt die Offenlegung von Auslandsvermögen ab einem Gesamtsaldo von jeweils 50.000 Euro in drei Vermögenskategorien. Die spanische Steuerbehörde berichtet, dass seit 2013, als das Modelo 720 erstmals eingereicht werden musste, insgesamt 150 Milliarden Euro an Auslandsvermögen ans Tageslicht getreten sei.

    Extrem hohe Formalstrafen

    Die Kollateralschäden waren jedoch enorm. Zu den 5.000 Steuerbürgern, die seither das extrem harte Strafregime zu spüren bekommen haben, gehörte ein Pensionist namens Manuel Molina aus Granada. Er teilte dem Finanzamt via Modelo 720 mit, dass er 340.000 Euro in der Schweiz habe. Das Problem: Wie viele andere erfuhr er zu spät von der neuen Verpflichtung und deklarierte außerhalb der Frist. Und obwohl das Geld aus einem Verkauf vor 20 Jahren stammte, machte die Strafe für diese simple Fristversäumnis 442.000 Euro aus.Denn zu den extrem hohen Formalstrafen (5.000 Euro für jeden Datensatz bei einer späten oder unvollständigen oder fehlerhaften Erklärung) kommt eine nachträgliche Besteuerung des deklarierten Eigentums als Vermögensgewinn in der Einkommensteuer. Plus Strafen plus Zinsen.

    Der Fall Molina

    Spätestens mit der finanziellen Vernichtung eines Rentners wegen eines schlichten Formfehlers setzte sich Hacienda tief in die Nesseln. Bei einer Anhörung in Brüssel hatten die Vertreter Spaniens den EU-Experten noch versichert, das Strafregime werde in der Praxis nicht so heiß gegessen wie gekocht. Der Fall Molina hat das enorme Schadenspotenzial des Modelo 720 demonstriert. Mittlerweile sieht nach den Erfahrungen von European Accounting die Praxis so aus, dass die Steuerbehörde für späte Erklärungen nur noch die Formalstrafen verhängt, und oft nicht einmal die, in Erwartung einer nun unvermeidlich scheinenden Gesetzesänderung.

    Wenn die Richtlinien endlich humanisiert werden, ginge damit nicht nur für die Erklärungspflichtigen ein Albtraum zu Ende, sondern auch für deren Berater. Das Bewusstsein, dass der kleinste Fehler, die kleinste Unachtsamkeit die finanzielle Existenz eines Mandanten gefährden kann, hat auch die Lebensqualität der Bearbeiter beeinträchtigt. Wir können also gemeinsam feiern. Frohes Fest!

  • "Hacienda hat sich nie bei mir gemeldet..."

    Regionale Presse - 22. Dezember 2019
    Mallorca Magazin

    Wer den Legenden über die steuerliche Ansässigkeit in Spanien Glauben schenkt, sitzt auf einer Zeitbombe. Bei einem Umzug ins Ausland ist auch eine steuerliche Planung wichtig.

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  • Die Bewertung ist ausschließlich nach den im spanischen Steuergesetz vorgesehenen Methoden vorzunehmen

    In einer verbindlichen Auskunft stellt die spanische Steuerbehörde klar, dass die vom deutschen Finanzamt vorgenommene Bewertung einer Immobilie zu Zwecken der Erbschaftsteuer in Spanien keine Aussagekraft hat. Für die Erbschaftsteuer in Spanien ist die Bewertung ausschließlich nach den im spanischen Steuergesetz vorgesehenen Methoden vorzunehmen.

    Sachverhalt

    Anlass der Auskunft war der Fall eines in Spanien ansässigen Erben einer deutschen Immobilie. Der Steuerpflichtige hatte zuerst einen niedrigeren Verkehrswert als in Deutschland angesetzt, wahrscheinlich, um spanische Erbschaftsteuer zu sparen. Danach dürfte dem Erben aufgefallen sein, dass bei einem Verkauf die Gewinnsteuer schwerer ins Gewicht fallen würde als die Erbschaftsteuer. Daher fragte er bei Hacienda an, ob er nachträglich den in Deutschland deklarierten Wert mit dem Argument heranziehen könne, dieser sei von amtlicher Seite festgelegt worden. Daneben würde er eine berichtigende Erbschaftsteuererklärung einreichen, um die Situation zu bereinigen. Aufgrund der Verjährung wäre diese Maßnahme kostenfrei gewesen.
     

    Fazit

    Doch das fiskalische Eigentor ließ sich nicht rückgängig machen, zumindest nicht mit diesem Argument. In ihrer Auskunft weist die spanische Steuerbehörde darauf hin, dass lediglich die im Allgemeinen Steuergesetz (Ley General Tributaria) vorgesehenen Bewertungsmethoden anerkannt werden. Die Übernahme eines von einer ausländischen Steuerbehörde festgestellten Wertes gehöre nicht dazu. Der Grund: Dieser Wert wird von der ausländischen Behörde nach deren eigenen Normen festgestellt, die von den spanischen erheblich abweichen können.
    Hätte der Steuerpflichtige von Beginn weg einen höheren Wert angesetzt, wäre das problemlos akzeptiert worden: Artikel 18 des Erbschaftsteuergesetzes legt fest, dass der vom Erben deklarierte Wert anzuerkennen ist, wenn er über dem vom Finanzamt festgestellten Verkehrswert liegt.
    Generell zeigt sich an diesem Beispiel, dass kurzfristige Steuervorteile teuer kommen können und vorausschauendes Handeln mit einem Blick auf das Gesamte viel Geld sparen kann. Auf den Balearen bezahlt ein Erbe bis zu 700.000 Euro in der Regel nur 1 Prozent Erbschaftsteuer, auf den Gewinn aus dem Verkauf einer Immobilie jedoch bis zu 23 Prozent. Dabei stellt der Verkehrswert der Immobilie zu Zwecken der Erbschaftsteuer den steuerlichen Anschaffungswert dar, der Wertzuwachs der Immobilie zwischen ursprünglichem Erwerb und Erbfall bleibt steuerfrei.

  • Neue GoBD ab dem 01.01.2020

    News - 12. Dezember 2019

    Eine elek­tro­nisch-bild­li­che Erfas­sung und Aufbewahrung von Buchungsbelegen ist nun zuläs­sig

    Nach­dem das BMF bereits im Juli 2019 die neu­ge­fass­ten Grund­sätze zur ord­nungs­mä­ß­i­gen Füh­rung und Auf­be­wah­rung von Büchern, Auf­zeich­nun­gen und Unter­la­gen in elek­tro­ni­scher Form sowie zum Daten­zu­griff (GoBD) auf sei­ner Home­page bereit­s­tellte und nach weni­gen Tagen wie­der zurück­zog, wur­den nun mit Schreiben vom 28.11.2019 die neuen GoBD ver­öf­f­ent­licht. Diese tre­ten mit Wir­kung vom 1.1.2020 an die Stelle der bis­he­ri­gen GoBD laut BMF-Sch­rei­ben vom 14.11.2014 (BStBl. I 2014, S. 1450). Über die Auswirkungen, insbesondere wegen eines Internen Kontrollsystems (IKS), haben wir schon ausführlich in unserer ITCP-Zeitung auf Seite 12 berichtet.

    Zur elek­tro­ni­schen Auf­be­wah­rung von Buchungs­be­le­gen, die in Papier­form emp­fan­gen wur­den, führt das BMF ergän­zend aus, dass eine elek­tro­nisch bild­li­che Erfas­sung, z. B. durch Scan­nen oder Foto­gra­fie­ren, zuläs­sig ist. Dies kann mit ver­schie­de­nen Gerä­ten, z. B. Smart­pho­nes, Mul­ti­funk­ti­ons­ge­rä­ten oder Scan-Stra­ßen und ist etwa auch wäh­rend einer Dien­st­reise im Aus­land zuläs­sig.

  • Pionierleistung mit DATEV

    News - 27. November 2019

    Datentransfer von Spanien nach Deutschland: Länderübergreifend, steuerlich abgestimmt und digital völlig neu entwickelt

    Mittels einem länderübergreifenden, steuerlich und sprachlich abgestimmten und digital völlig neu entwickelten Datentransfer von Spanien nach Deutschland sehen Sie nunmehr Ihre Daten der ausländischen Betriebsstätte oder Tochtergesellschaft in der Ihnen bekannten DATEV-Welt. Sie können wählen, ob die Daten im Kontenrahmen SKR 03 oder 04 – mit direktem Zugriff auf die spanischen Belege – angezeigt werden.

    Aufgrund der kaum noch beherrschbaren Komplexität der länderübergreifenden Compliance und Steuerkonflikten haben wir ergänzend zur DATEV-Lösung ein neuartiges Entscheidungs- und Beratungsinstrument konzipiert: die „International Tax Compliance Platform“ (ITCP). Lassen Sie sich von dem zukunftsweisenden digitalen Beratungsansatz inspirieren und besuchen unsere ITCP-Demo-Platform

  • Der dreifache MotoGP-Weltmeister seinen steuerlichen Wohnsitz in der Schweiz

    Vorsicht mit dem Verbreiten von Informationen in der Öffentlichkeit – das Finanzamt sitzt im Publikum! Diese Erfahrung macht gerade der mallorquinische Motorrad-Champion Jorge Lorenzo. Erst vor zwei Wochen verkündete er überraschend seinen Abschied von den Rennstrecken, schon sieht er sich einer neuen Herausforderung gegenüber: Der spanische Fiskus fordert im Rahmen mehrerer Steuerprüfungen insgesamt 40 Millionen Euro, berichtet die spanische Zeitschrift El Confidencial.Wie viele andere Motorsport-Idole (z.B. Fernando Alonso und Dani Pedrosa) hat der dreifache MotoGP-Weltmeister seinen steuerlichen Wohnsitz in der Schweiz. Da Elitesportler in der Regel mehr als die Hälfte des Jahres unterwegs sind, kann Hacienda nicht auf die bekannte 183-Tage-Regel zurückgreifen, um die steuerliche Ansässigkeit festzustellen.

    Lebensmittelpunkt ist ausschlaggebend

    Daher muss ein anderer Angelpunkt herhalten. Im konkreten Fall führt die Steuerbehörde einen luxuriösen Wohnsitz in Barcelona ins Feld, mit dem Lorenzo unvorsichtigerweise in einem Werbevideo für die Marke Monster geprahlt hatte. Hacienda argumentiert, die Immobilie in Kataloniens Hauptstadt sei zwischen 2013 und 2016 der wahre Lebensmittelpunkt des Mallorquiners gewesen. Trotz der enormen Gesamtsumme attackiert die Steuerbehörde nicht über die strafrechtliche Schiene, weshalb mit einer langen Verfahrensdauer zu rechnen ist.

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  • Der 60-Prozent-Bonus ist nicht der einzige Vorteil, den Residenten nur genießen

    Die EU-Kommission hat Spanien offiziell aufgefordert, die diskriminierende Behandlung ausländischer Immobilieneigentümer zu beenden.  Residenten können bei der Vermietung von Wohnraum eine 60-prozentige Reduzierung der Bemessungsgrundlage beanspruchen, was die Steuerlast zum Teil dramatisch absenkt. Nichtresidenten bleibt diese Möglichkeit verschlossen.

    Das Steuerprivileg gilt nur für langfristige Wohnvermietung und nicht für andere Vermietungsmodalitäten wie die Ferienvermietung oder die Vermietung von Lokalen oder Parkplätzen. Bei Rentabilitätsberechnungen für die Ferienvermietung wird dieser Steuervorteil oft vergessen.

    Der 60-Prozent-Bonus ist nicht der einzige Vorteil, den Residenten gegenüber Nichtresidenten genießen. So können ausländische Steuerbürger allfällige Verlustvorträge aus einer Immobilie stets nur für dasselbe Objekt anwenden. Beispiel: Wird eine spanische Immobilie mit Verlust verkauft, kann der Nichtresident diesen steuerlich nicht verwerten, da Verlustvorträge nicht auf andere Immobilien übertragbar sind.

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  • Was nur wenige wissen: Wer die Bescheinigung bei seinem Auslandsaufenthalt nicht dabei hat, riskiert hohe Strafen

    Wenn eine deutsche Fach- oder Führungskraft zu Arbeitszwecken nach Spanien reist, benötigt sie eine A1-Bescheinigung. Dieses Formular bestätigt, dass ein Arbeitnehmer in seinem Heimatland Sozialversicherungsbeiträge bezahlt, und regelt die medizinische Versorgung im EU-Ausland. Damit wird vermieden, dass man doppelt zur Kasse gebeten wird, indem man in zwei Sozialversicherungssysteme einzahlen muss.  Was wenige wissen: Wer das Papier bei seinem Auslandsaufenthalt nicht dabei hat, riskiert hohe Strafen.

    Spanien zählt nach unserer Kenntnis (noch) nicht zu den Ländern, in denen die Beachtung dieser Vorschrift systematisch und strikt kontrolliert wird. Aufgrund der vielen Arbeiter, die aus den östlichen Nachbarstaaten über die Grenze kommen, besteht derzeit in Österreich die höchste Wahrscheinlichkeit, kontrolliert und gegebenenfalls bestraft zu werden.

    Zur Sozialversicherungspflicht

    Die Regelung gilt für Angestellte und Selbständige seit Mai 2010. Eine Sozialversicherungspflicht besteht zum Beispiel auch für Nichtresidenten, die auf den Balearen umsatzsteuerpflichtige Ferienvermietung betreiben. Diese Tätigkeit gilt nicht mehr als Immobilienvermietung, sondern als touristische Dienstleistung und somit als gewerblich. Wer mit einer A1-Bescheinigung belegen kann, dass er im Heimatland Sozialversicherung bezahlt, ist als Nichtresident in Spanien von dieser Verpflichtung befreit. In Deutschland kann die Bescheinigung bei der Krankenkasse der Angestellten bzw. – bei Privatversicherten – bei der Deutschen Rentenversicherung beantragt werden.

    Quelle: Handelsblatt

  • Deutschland hat EU-Vorgaben umzusetzen, die eine Meldepflicht bei grenzüberschreitenden Steuergestaltungen vorsehen

    Am 9.10.2019 hat die Bundesregierung den Entwurf eines Geset­zes zur Ein­füh­rung einer Pflicht zur Mit­tei­lung grenz­über­sch­rei­ten­der Steu­er­ge­stal­tun­gen veröffentlicht. Anders als noch im Dis­kus­si­ons­ent­wurf vom Januar 2019 fin­det sich darin keine Aus­deh­nung der Mel­depf­licht auf rein inner­staat­li­che Gestal­tun­gen. 

    Laut dem Regie­rungs­ent­wurf soll es pri­mär dem Inter­me­diär (z. B. Steu­er­be­ra­ter, Wirt­schafts­prü­fer, Rechts­an­walt) oblie­gen, die Finanz­ver­wal­tung über grenz­über­sch­rei­tende Steu­er­ge­stal­tun­gen zu infor­mie­ren. Wird er von sei­nem Man­dan­ten nicht von der Ver­schwie­gen­heitspf­licht bef­reit, sind zwar per­so­nen­be­zo­gene Infor­ma­tio­nen unmit­tel­bar durch den Man­dan­ten zu über­mit­teln. Hin­sicht­lich des Inhalts der Steu­er­ge­stal­tung tref­fen jedoch wei­ter­hin den Inter­me­diär die Mel­depf­lich­ten. 

    HINWEIS: Die neue EU-Regelung über die Verpflichtung, Steuergestaltungen bei grenzüberschreitenden Vorgängen zu melden, wird in Spanien aller Voraussicht nach per 1. Juli 2020 in Kraft treten.

    Aufgrund der politischen Lage schwer abzusehen, wann die Regelungen für Spanien endgültig beschlossen werden: Derzeit amtiert eine Interimsregierung, die Neuwahlen finden am 10. November 2019 statt, die Regierungsbildung wird sich aufgrund der sich abzeichnenden Stimmverhältnisse schwierig gestalten.

  • Spanien: Anzeigepflicht für grenzüberschreitende Gestaltung

    Internationale Presse - 03. Oktober 2019
    IStR - Internationales Steuerrecht

    Neue Richtlinie der EU zu grenzüberschreitenden Steuermodellen

    Am 25.05.2018 hat der Rat der Europäischen Union die Richtlinie 2018/822/EU zur Änderung der Richtlinie 2011/16/EU bezüglich der Meldepflicht von grenzüberschreitenden Steuermodellen angenommen, die am 05.06.2018 im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht wurde. Die Richtlinie trat 20 Tage nach ihrer Veröffentlichung – also am 25.06.2018 – in Kraft.

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  • EU-Kommission klagt gegen Modelo 720

    News - 17. September 2019

    Die Deklaration steht seit ihrer Einführung wegen unverhältnismäßig hoher Strafen in der Kritik

    Heute ist bekannt geworden, dass die EU-Kommission gegen die seit 2012 in Spanien vorgeschriebene Auslandsvermögenserklärung – Modelo 720 – vor dem Europäischen Gerichtshof Klage einreichen wird. 

    Die Deklaration steht seit ihrer Einführung in der Kritik, weil sie bei kleinsten Verfehlungen wie z. B. Fristüberschreitung unverhältnismäßig hohe Strafen vorsieht. So kann das Finanzamt eine Verspätung von nur einem Tag mit 1.500 Euro ahnden. Entdecken die Prüfer den kleinsten Fehler, können sie eine Strafe von 5.000 Euro oder mehr verhängen. Tatsächlich sind Fälle bekannt geworden, in denen Personen mit bescheidenem Wohlstand wegen dieser bloßen Informationserklärung um einen erheblichen Teil ihres Vermögens gebracht wurden.

    Aushebelung der Verjährung?

    Darüber hinaus hebelt das Modelo 720 die Verjährung aus. Daher hatte die EU-Kommission Spanien bereits aufgefordert, das Gesetz nachzubessern und humaner zu gestalten, war damit jedoch auf taube Ohren gestoßen. Mit der angekündigten Klage konkretisieren sich nun die Hoffnungen, dass die Regierung zum Handeln gezwungen wird. Ein Urteil könnte in etwa zwei Jahren ergehen.

    Das Modelo 720 war nach einer relativ erfolglosen Amnestie für Steuersünder mit einigem Erfolg als „fiskalische Massenvernichtungswaffe“ gegen korrupte Politiker und große Steuerhinterzieher in Stellung gebracht worden. Die volle Härte der Regelung bekamen jedoch auch ausländische Residenten zu spüren, die vielfach zu spät von der Verpflichtung erfahren haben und seither mit der Sorge leben, dass gegen sie ein Strafverfahren in Gang gesetzt wird.

  • Zum unerhofften Geldsegen hat eine „außerordentliche Zunahme der Vermögensgewinne“ beigetragen

    Der zunehmend effiziente internationale Datenaustausch hat nach Ansicht der spanischen Steuerbehörde zu einer Rekordsumme bei den Einnahmen aus der Einkommensteuer (IRPPF) 2018 geführt. „Hacienda“ rechnete damit, unter dem Strich 300 Millionen mehr rückerstatten zu müssen. In Wahrheit wurden 1.1 Milliarden Euro mehr nachgezahlt – der höchste Saldo seit 1995. Als einer der Gründe für die neue Steuerehrlichkeit werden die Datenpakete genannt, die Spanien von den Finanzministerien der OECD-Staaten erhalten hat und die im Detail Auskunft über Bankkonten und Transaktionen von spanischen Steuerbürgern im Ausland geben. Das Finanzamt verschickte denn auch Briefe an die Kontoinhaber, um deren Gedächtnis beim Erstellen der Steuererklärung auf die Sprünge zu helfen.

    Unerhoffter Geldsegen

    Das spanische System sieht vor, dass im jeweils laufenden Jahr Vorauszahlungen ans Finanzamt geleistet werden. So bezahlen Arbeitgeber einen Teil der Gehälter von Mitarbeitern regelmäßig ans Finanzamt ein, auch Selbständige müssen Vorauszahlungen leisten. Bestimmte Leistungen sind von diesem System ausgeschlossen, zum Beispiel Auslandserträge. Mit der Gesamt-Steuererklärung im Folgejahr wird der entstandene Saldo anhand der Gesamtsituation des Steuerpflichtigen ausgeglichen, was in einer Rückerstattung oder Nachzahlung resultieren kann. Auf dem Höhepunkt der Krise 2009 musste das Finanzamt im Rahmen der Einkommensteuerkampagne mehr als 6 Milliarden Euro rückerstatten. In den letzten 15 Jahren wurde nur dreimal ein Positivsaldo verzeichnet. Der diesjährige ist der absolut höchste. Dabei hatte das Finanzamt aufgrund neuer Begünstigungen für Familien und dem schlechten Börsenjahr mit einem wesentlich schlechteren Ergebnis gerechnet.

    Zum unerhofften Geldsegen für den Staatshaushalt hat auch eine „außerordentliche Zunahme der Vermögensgewinne“ beigetragen, heißt es in einer Mitteilung der Steuerbehörde. Ein Großteil davon ist Erträgen aus Immobilienverkäufen sowie aus der Veräußerung von nicht börsengehandelten Firmenbeteiligungen zuzuschreiben.

  • Erbvorgänge im Ausland stellen Betroffene vor besondere Herausforderungen

    Systematik, Problemstellungen und Optimierungsmöglichkeiten im Verhältnis Balearen/Spanien - Deutschland werden beschrieben. Wie man bei der Erstellung eines Testament in Spanien Vorteile erzielen kann, wird ebenfalls erläutert.

    Ein Erbvorgang im Ausland stellt die Betroffenen vor besondere Herausforderungen. Einerseits ist die rechtliche Seite abzuarbeiten, um eine geordnete Übertragung im Sinne des Verstorbenen und in Übereinstimmung mit der Rechtsprechung zu gewährleisten. Noch komplexer wird es bei länderübergreifenden Erbvorgängen. Gerade bei Nichtresidenten legen die spanischen Behörde die Latte sehr hoch, um sicherzustellen, dass die in Spanien befindlichen Elemente der Erbmasse oder des Vermächtnisses an die legitim berechtigten Personen übertragen werden.

    Andererseits sind steuerliche Vorschriften zu erfüllen, die sich auch in der grund- legenden Systematik stark von den bekannten heimischen Normen unterscheiden können. Das gilt insbesondere für das Verhältnis Spanien-Deutschland. Dabei können positive und negative Überraschungen lauern. Um eine spanische Besonderheit vorwegzunehmen: Erbschaft und Schenkung werden in Spanien unterschiedlich behandelt.

    Wir bieten einen Überblick über die Funktionsweise dieser Steuerarten und die formellen Abläufe. Auch vermitteln wir Ideen, wie mit frühzeitiger Planung und Gestaltung Erbschaft- und Schenkungsteuer gespart werden kann. In jedem Fall handelt es sich um eine Darstellung der aus unserer Praxiserfahrung wichtigsten Aspekte, jedoch nicht um eine vollständige Aufstellung, dafür ist die Thematik zu komplex und vielschichtig. Mehr zum Thema finden Sie in unserem Wegweiser Mallorca 2030, indem Sie auf das Bild klicken.

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  • Willipedia – Orientierung im Steuerdschungel

    Regionale Presse - 06. September 2019
    Mallorca Magazin

    Steuerrecht ist für die meisten Normalbürger ein Buch mit sieben Siegeln – mehr noch, wenn es sich dabei um spanische Begrifflichkeiten handelt. Das Steuerbüro European@ccounting stellt ein digitales Nachschlagewerk zur Verfügung. Bei „Willipedia” kann sich jeder über Begriffe und Abkürzungen rund um Steuern auf Mallorca informieren...

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  • Systematik, Optimierung, Testament und Vermeidung von Steuerfallen für deutsche Nichtresidenten

    Ein Erbvorgang mit Auslandsbezug stellt die Betroffenen vor eine Herausforderung. Einerseits ist die rechtliche Seite abzuarbeiten, um eine geordnete Übertragung im Sinne des Verstorbenen zu gewährleisten. Andererseits sind steuerliche Vorschriften zu erfüllen, die sich stark von den bekannten heimischen Normen unterscheiden können. Auch Schenkungen können steuerliche Überraschungen mit sich bringen.

    Im Folgenden erklären wir die Funktionsweise dieser Steuerarten und die formellen Abläufe. Darüber hinaus vermitteln wir Ideen, wie Erbschaft- und Schenkungsteuer gespart werden kann. Erläutert werden die aus unserer Praxiserfahrung wichtigsten Aspekte ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

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  • Sieben Prozent aller Ferienimmobilien der Welt befinden sich auf der iberischen Halbinsel

    Die Zahl der spanischen Ferienimmobilien hat die Millionenmarke erreicht. Damit stellt Spanien sieben Prozent der Ferienimmobilien der Welt, wie spanische Medien heute berichten. Die aktuelle rechtliche (z.B. Lizenzvergabe) und steuerliche Situation der Ferienvermietung auf den Balearen ist eines der wichtigen Themen die bei unserer Veranstaltung "Auswandern nach Mallorca?" vorgestellt und diskutiert werden. HIER können Sie sich über die Veranstaltung, die vom 2 - 4. Oktober 2019 in Palma stattfindet, informieren und anmelden.

  • Nach Ansicht der EU-Kommission bürdet diese Verpflichtung eine Behinderung der Dienstleistungsfreiheit auf

    Am 25. Juli hat die EU-Kommission Spanien zu einer formellen Stellungnahme bezüglich des „Representante fiscal“ aufgefordert. Bekanntlich sind ausländische Steuerpflichtige in Spanien unter bestimmten Voraussetzungen dazu verpflichtet, einen steuerlichen Vertreter zu benennen, der u.a. für allfällige Steuerschulden haftet. Nach Ansicht der EU-Kommission bürdet diese Verpflichtung zusätzliche Kosten auf und stellt daher eine Behinderung der Dienstleistungsfreiheit dar.

    Wörtlich heißt es in einer Aussendung der Kommission: „Diese rechtlichen Verpflichtungen verstoßen somit gegen die Grundsätze der Freizügigkeit der Arbeitnehmer, der Niederlassungsfreiheit, des freien Dienstleistungsverkehrs und des freien Kapitalverkehrs (…), da gebietsfremden Steuerpflichtigen Kosten auferlegt werden, die sie davon abhalten könnten, in Spanien tätig zu werden oder zu investieren.

    Kommt Spanien der Aufforderung nicht binnen zwei Monaten nach, kann die Kommission den Fall an den Gerichtshof der Europäischen Union verweisen. Wir halten Sie informiert.

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  • Betriebsstätten und Tochtergesellschaften deutscher Unternehmer in Spanien müssen die neuen GoBD beachten

    Die Finanzverwaltung hatte die Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff (GoBD) neu gefasst und veröffentlicht. Auf Anfrage hat das BMF (Bürgerforum) nunmehr verlauten lassen: "Maßgeblich sind die Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff (GoBD) vom 14. November 2014, veröffentlicht im Bundessteuerblatt (BStBl) I 2014 S. 1450. Da weiterer Abstimmungsbedarf besteht, wurde die im Juli auf der Internetseite des BMF veröffentlichte Folgeversion der GoBD wieder entfernt." Die beschriebenen Erleichterungen gelten also zunächst noch nicht.

    Globalisierung und Digitalisierung

    Betriebsstätten und Tochtergesellschaften deutscher Unternehmer in Spanien müssen die neuen GoBD beachten. Das Bundesministerium der Finanzen (BMF) hat am 11. Juli 2019 neue „Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff (GoBD)“ veröffentlicht (GZ: IV A 4-S 0316/19/10003:001 / DOK: 2019/0592405). Auf 42 Seiten werden ausführlich die neuen Vorschriften beschrieben. Neben einer Vielzahl von Neuerungen ist besonders hervorzuheben, dass ein Internes Kontrollsystem (IKS) installiert sein muss um die Chance zu haben zivil-, steuer- und strafrechtliche Konsequenzen abzumildern. Die neuen Vorschriften gelten auch für Betriebsstätten und Tochtergesellschaften in Spanien bei denen ein Leistungsaustausch mit dem Stammhaus oder vinkulierten Parteien erfolgt. Sprechen Sie unbedingt mit Ihrem deutschen Steuerberater damit sichergestellt ist, dass diese neuen deutschen Vorschriften in Spanien erfüllt werden.

  • Auswertung der Auslandskonten

    News - 03. Juli 2019

    Finanz­ver­wal­tung sichtet die auf­grund die­ses Infor­ma­ti­ons­aus­tauschs gene­rier­ten Daten­sätze

    Der erste auto­­ma­­ti­­sche Infor­­ma­­ti­on­s­aus­­tausch von spanischen Daten zur deutschen Finanzverwaltung erfolgte im Sep­­tem­ber 2017. Die aus­­zu­­tau­­schen­­den Infor­­ma­­ti­o­­nen umfas­­sen u. a. Kon­to­­sal­­den, die wir­t­­schaf­t­­lich Berech­­ti­g­­ten sowie Zin­­sen, Divi­­den­­den und Ver­­äu­­ße­rungs­­­ge­winne aus Finan­z­wer­­ten.

    Abgleich der Information

    Wie Pres­se­mit­tei­lun­gen zu ent­neh­men ist, sich­tet die Finanz­ver­wal­tung nun die auf­grund die­ses Infor­ma­ti­ons­aus­tauschs gene­rier­ten Daten­sätze. Mit einer speziellen Soft­ware werden die Daten gefil­tert und ent­sp­re­chend der Steue­r­num­mer den rich­ti­gen Per­so­nen zuge­ord­net. Ansch­lie­ßend erfolgt ein Abg­leich mit den Steu­er­ak­ten. Ergibt sich aus dem Abg­leich, dass die Infor­ma­tio­nen aus dem Aus­land bis­her nicht in der Steue­r­er­klär­ung offen­ge­legt wur­den, wird die Finanz­ver­wal­tung den betref­fen­den Steu­erpf­lich­ti­gen anschreiben und Aufklärung for­dern. Bei diesen Kontrollmechanismen werden auch die bisher noch nicht gemeldeten Daten über eine spanische S.L., mit einer evtl. Problematik der „verdeckten Gewinnausschüttung“, bekannt werden. Auf Lösungsmöglichkeiten für diese Problematik haben wir schon mehrfach hingewiesen.

  • Neue Informationserklärung

    News - 15. Juni 2019

    Zumindest für das Geschäftsjahr 2018 muss das Formular im Programm D2 manuell ausgefüllt werden

    Mit Erlass vom 22. Mai 2019, durch die Hauptabteilung für Registerrecht (Resolución de la Dirección General de Registros de 22 de mayo de 2019 BOEA-2019-7682), wurde beschlossen, das ab sofort ein neues „Documento sobre servicios a Terceros“ eingereicht werden muss. Mittels dieses Dokuments muss über folgendes informiert werden:

    1. Dienstleistungen die in Art. 2.1.o) des Geldwäschegesetzes aufgeführt sind; s.u. 
    2. Gemeinden und Provinzen, in denen die Operationen durchgeführt werden. 
    3. Ob Dienstleistungen an Nicht-Residenten erbracht werden.
    4. Volumen (€) und Anzahl der Operationen für jede einzelne der nachfolgend aufgeführten Operationen. 

    Die zu deklarierenden Operationen sind folgende:

    • Gründung von Gesellschaften und anderen juristischen Personen.
    • Ausübung von Funktionen der Geschäftsleitung oder des Sekretärs (Nicht-Mitglied) des  Verwaltungsrates/Vorstands oder eines externen Beraters einer Gesellschaft.
    • Ausübung von Funktionen eines Gesellschafters in einem Verband oder ähnliche Funktionen.
    • Bereitstellung eines Gesellschaftssitzes, einer Geschäftsadresse oder Postanschrift oder andere ähnliche Dienstleistungen an eine Gesellschaft, einen Verband oder jedes andere juristische Instrument oder juristische Person.
    • Ausübung von Funktionen eines Treuhänders in einer Treuhandschaft (Trust) oder einem ähnlichen juristischen Instrument.
    • Ausübung von Funktionen eines Aktionärs im Auftrag von Dritten.

     

    Sanktionen

    Mögliche Sanktionen, wenn diese Erklärung nicht eingereicht wird:

    Die Nicht-Einreichung des Formulars kann unter Anwendung des Geldwäschegesetzes sanktioniert werden, mit einer leichten Sanktion, die von einer privaten Ermahnung bis zu einer Geldstrafe in Höhe von maximal 60.000 Euro reicht. 

    Anmerkung: Zumindest für das Geschäftsjahr 2018 muss das Formular im Programm D2 manuell ausgefüllt werden, da dieses nicht im A3SOC2018 enthalten ist.

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