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News

  • Müssen in Deutschland ansässige Eigentümer von spanischen Ferienimmobilien eine doppelte Steuerbelastung befürchten?

    Im Zuge von Recherchen bei der spanischen und deutschen Steuerbehörde sind wir auf ein Problem gestoßen, das für in Deutschland ansässige Eigentümer von spanischen Ferienimmobilien eine doppelte Belastung durch die Umsatzsteuer mit sich bringen kann. Betroffen sind Betreiber der umsatzsteuerfreien Ferienvermietung.

    1. Sachverhalt

    Das Problem entsteht, wenn eine deutsche Vermittlungsagentur ihre Provisionsrechnungen an die deutsche Rechnungsadresse stellt und dabei deutsche Umsatzsteuer berechnet. Diese Vorgehensweise wird von der deutschen Steuerbehörde als korrekt angesehen. Die spanischen Steuerbehörden hingegen stellen sich auf den Standpunkt, dass die Umsatzsteuer in Spanien fällig wird und die Vermittlungsagentur ihre Rechnung mit Umkehr der Umsatzsteuerlast (Reverse Charge) ausstellen muss, was bedeutet, dass der Finca-Eigentümer die fällige Umsatzsteuer direkt an den spanischen Fiskus abführen muss. (Die konträren Positionen beider Behörden sind durch Prüfungsfeststellungen bzw. verbindliche Auskünfte gefestigt).

    Da europaweit dieselbe Umsatzsteuerrichtlinie gilt, haben wir es mit zwei unterschiedlichen Interpretationen zu tun, sodass in der beschriebenen Konstellation beide Länder für ein und dieselbe Leistung die Umsatzsteuer für sich reklamieren.

    Bislang hat die spanische Steuerbehörde flexibel agiert, solange man zumindest in einem der beiden Länder die Zahlung der Umsatzsteuer nachweisen konnte. Jedoch wurde für die Zukunft eine härtere Gangart angekündigt. Das deutsche Finanzamt hat ursprünglich dieselbe Position wie das spanische vertreten, dann jedoch die Meinung geändert.

    Somit ist leider als gesicherte Erkenntnis anzusehen, dass die Uneinigkeit der deutschen und spanischen Finanzbehörden in dieser Frage zu gravierenden Nachteilen für den Steuerpflichtigen führen kann, zumal bei doppelter Belastung durch Umsatzsteuer weder Anrechnung noch Rückerstattung vorgesehen ist.
     

    2. Unser Lösungsvorschlag

    Wir empfehlen, dem deutschen bzw. ausländischen Vermittler der spanische Adresse als Betriebssitz anzugeben und bei der spanischen Steuerbehörde eine internationale Umsatzsteuernummer einzuholen (Eintrag in das: "Registro de Operadores Intracomunitarios", ROI).

    Damit ist der ausländische Vermittler gezwungen, eine Rechnung ohne Umsatzsteuer und mit einem Hinweis auf die Umsatzsteuer-Umkehr (Reverse Charge) auszustellen. Das bedeutet, dass der Finca-Eigentümer die Umsatzsteuer nicht dem Vermittler bezahlt, sondern direkt an das spanische Finanzamt abführt.

    Unter diesen Voraussetzungen erkennt auch das deutsche Finanzamt an, dass die Umsatzsteuer in Spanien anfällt, da es sich hier um einen sogenannten B2B-Vorgang nach EU-Richtlinien handelt (Business-to-Business, also ein Geschäftsvorgang zwischen zwei Unternehmern).

    Anmerkung dazu: Die Vermietung seiner Immobilie macht den Eigentümer auch dann zum Unternehmer im Sinne der Umsatzsteuer, wenn er eine umsatzsteuerfreie Vermietungsmodalität betreibt. Er wird damit jedoch nicht automatisch zum Gewerbetreibenden (in Spanien: Autónomo).
     

    3. Umsetzung

    Nachdem wir die spanische Steuerbehörde auf das Problem hingewiesen haben, ist es mittlerweile möglich, eine internationale Umsatzsteuernummer einzuholen, obwohl man umsatzsteuerfreie Ferienvermietung betreibt. Der regelmäßige Erhalt von Rechnungen mit Reverse Charge verpflichtet zur Einreichung einer Umsatzsteuererklärung (Modelo 303) für jedes Quartal sowie einer informativen Jahreserklärung (Modelo 349) je nach Umsatz des Vorjahres, nämlich bei mehr als 35.000 Euro pro Quartal, ansonsten jährlich.

    Hat eine ferienvermietete Immobilie mehr als einen Eigentümer/Betreiber, so müssen diese zuerst eine Gütergemeinschaft (Comunidad de Bienes, kurz CB) gründen und dafür eine eigene Steuernummer einholen. Das ermöglicht eine unkomplizierte Rechnungsstellung des Vermittlers an einen einzigen Leistungsempfänger. Ebenso müssen nur für einen Steuerpflichtigen – nämlich die CB – die Erklärungen eingereicht werden.

  • Alles zum Thema Risikovermeidung „selbstgenutzter“, zu „Wohnzwecken“ und zu „touristischen Zwecken" genutzte Immobilien

    Auf Mallorca werden aktuell alle Rekorde gebrochen. Das betrifft die Besucherzahlen, die Immobilientransaktionen aber auch die Belastung der Umwelt. Das hat dazu geführt, dass neben der Tourismussteuer, ein neues balearisches Ferienvermietungsgesetz verabschiedet wurde.

    Neben dem Informationsaustausch und den bestehenden Steuergesetzen in beiden Ländern, der aggressiven Verhaltensweise der deutschen Finanzbehörden und den Bestimmungen des Doppelbesteuerungsabkommens ergibt sich ein umfangreicher und neuer Gesetzescocktail, der das Risiko birgt, signifikante Verstimmungen auszulösen, wenn man nicht alle Bestandteile kennt und auf Verträglichkeit überprüft. 

    Ziel dieses Nachschlagewerks ist die Risikovermeidung, die wir durch eine umfangreiche Darstellung der Vorschriften für „selbstgenutzte“, zu „Wohnzwecken“ und zu „touristischen Zwecken“ genutzter Immobilien, mit praxisorientierten Hilfestellungen, erreichen.
     

  • Renommierte Experten trafen sich auf Mallorca um über "Optimierte Strukturen für institutionelle Investoren" zu debattieren

    Gemeinsam mit der Niederlassung Madrid des renommierten Rechts- und Steuerbüros Rödl & Partner hat European Accounting am 20. Oktober 2017 im Castell Son Claret auf Mallorca ein Seminar zum Thema „Optimierte Strukturen für institutionelle Investoren“ veranstaltet. Dabei beleuchteten Experten in deutschem und spanischem Steuerrecht unterschiedliche Konstellationen aus Gesellschaftsformen beider Länder mit allen Steuerfolgen sowohl aus deutscher wie aus spanischer Perspektive.

    Die Schwerpunkte lagen auf einer praxisnahen Beurteilung sowie auf dem Thema Immobilieninvestitionen. Am Rande des offiziellen Programms hatten die Teilnehmer Gelegenheit, mit den Referenten Einzelgespräche zu führen.

  • Gute Nachrichten vom BFH

    News - 19. Oktober 2017

    Zusammenfassung des BFH-Urteils zur Begünstigung von Zweit- und Ferienwohnungen bei Wohnzweckeigennutzung

    Das Finanzgericht Köln hatte am 18. Oktober 2016 entschieden, dass eine Ferienwohnung erst nach 10 Jahren steuerfrei verkauft werden kann. Dieses Urteil ist mit gestriger Veröffentlichung des BFH (18. Oktober 2017) einkassiert worden, und es wurde entschieden, dass ein Gebäude auch dann zu eigenen Wohnzwecken genutzt wird, wenn es der Steuerpflichtige nur zeitweilig bewohnt, sofern es ihm in der übrigen Zeit als Wohnung zur Verfügung steht. Ausdrücklich benennt der BFH in diesem Zusammenhang auch Ferienwohnungen. Eine unentgeltliche Mitnutzung durch Familienangehörige soll dabei ebenfalls unschädlich sein. Somit ist die Veräußerung - wie schon vor dem FG-Urteil - im dritten Jahr der Nutzung steuerfrei.


    Wortlaut aus dem BFH-Urteil: Nutzung zu eigenen Wohnzwecken – Begünstigung von Zweit- und Ferienwohnungen

    1. Ein Gebäude wird auch dann zu eigenen Wohnzwecken genutzt, wenn es der Steuerpflichtige nur zeitweilig bewohnt, sofern es ihm in der übrigen Zeit als Wohnung zur Verfügung steht. Unter § 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 Satz 3 EStG können deshalb auch Zweitwohnungen, nicht zur Vermietung bestimmte Ferienwohnungen und Wohnungen, die im Rahmen einer doppelten Haushaltsführung genutzt werden, fallen.
    2. Eine Nutzung zu eigenen Wohnzwecken "im Jahr der Veräußerung und in den beiden vorangegangenen Jahren" (§ 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 Satz 3 2. Alternative EStG) liegt vor, wenn das Gebäude in einem zusammenhängenden Zeitraum genutzt wird, der sich über drei Kalenderjahre erstreckt, ohne sie --mit Ausnahme des mittleren Kalenderjahrs-- voll auszufüllen.

    EStG § 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 Satz 1 und Satz 3 // Urteil vom 27. Juni 2017 IX R 37/16 // Vorinstanz: FG Köln vom 18. Oktober 2016 8 K 3825/11 (EFG 2017, 222)

  • Kurzartikel zum Abschluss des Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Spanien und Deutschland

    Durch den Abschluss des neuen DBA zwischen Spanien und Deutschland ab dem 01.01.2013 hat die Bundesrepublik Deutschland das Besteuerungsrecht auf den Gewinn aus der Veräußerung von Anteilen an einer spanischen Immobiliengesellschaft verloren (Artikel 13 Abs. 3 DBA Spanien neu). Nach § 6 Abs. 1 Nr. 4 AStG sind stille Reserven, die in der Zeit entstanden sind, in der Deutschland ein entsprechendes Besteuerungsrecht hatte, zu ermitteln, festzuhalten und im Falle einer tatsächlichen Veräußerung/Liquidation zu versteuern. 
    Was bewirken nun diese deutschen Vorschriften durch die Änderung des DBA, mit dem Deutschland das Besteuerungsrecht verloren hat? Ohne dass der Steuerpflichtige eine Handlung vornimmt, muss er zu diesem Zeitpunkt die bis dahin entstandenen stillen Reserven (also den bis dahin entstandenen Wertzuwachs) versteuern!
     

    Die Entstrickung

    Der Wechsel des Besteuerungsrechts ist ein Tatbestand der „Entstrickung“. Unter diesem Begriff ist die Sicherstellung der Besteuerung von stillen Reserven ohne einen Veräußerungsvorgang zu verstehen. Wenn dieser Tatbestand – wie hier geschildert – ohne Zutun des Steuerpflichtigen ausgelöst wird, spricht man von „passiver Entstrickung“. Die in den Gesellschaftsanteilen enthaltenen stillen Reserven sind zum Zeitpunkt der DBA-Revision – also zum 01. Januar 2013 – zu versteuern. Bei einer Körperschaft werden die stillen Reserven als Veräußerungs-, Liquidationsgewinn fingiert. § 6 AStG gilt nur für Fälle, in denen der gemeine Wert der Anteile am 1.1.2013 die Anschaffungskosten übersteigt; die Bestimmungen führen nicht zu Realisierung von Verlusten (vgl. BFH Urteil 28.2.1990, BStBl 1990 II S. 615). An Stelle des Veräußerungspreises tritt der gemeine Wert (Verkehrswert) der Anteile zum maßgebenden Zeitpunkt. Diese Einkünfte sind in Deutschland als Einkünfte aus Gewerbebetrieb zu erfassen. Allerdings kann der Steuerpflichtige die Vorschriften des § 6 Abs. 5 AStG nutzen und die Steuer auf die stillen Reserven zinslos und ohne Sicherheitsleistung stunden lassen.

  • Schon wieder so eine schwierige deutsche Vorschrift, die aber zwingend zu beachten ist

    TV - VIDEO

    NEU DENKEN - Prof. Dr. Michael Otto. Unternehmerischer Kulturwandel, Werte und InnovationProf. Dr. Michael Otto spricht beim Wirtschaftsforum NEU DENKEN über die praktische Umsetzung von Werten wie Nachhaltigkeit und Sozialverträglichkeit in seinem Unternehmen, sowie darüber, wie der digitale Wandel im Versandhaus gelungen ist und welche Änderungen bei der Unternehmensführung dafür notwendig waren.

    RADIO - AUDIO

    Die Abgabenordnung (AO) ist das elementare Gesetz des deutschen Steuerrechts. Da sich in ihr die grundlegenden und für alle Steuerarten geltenden Regelungen über das Besteuerungsverfahren finden, wird sie auch als Steuergrundgesetz bezeichnet. Als so genanntes allgemeines Steuerrecht und Steuerverfahrensrecht ist in ihr geregelt, wie die Besteuerungsgrundlagen ermittelt werden, Steuern festgesetzt, erhoben und vollstreckt

    Es handelt sich hier um folgendes Problem: In Spanien werden i.d.R. Kapitalerhöhungen oder Kapitalherabsetzungen über das Nennkapital reguliert (das Mindestnennkapital in Spanien beträgt 3.000 €). Teilweise wird auch das Konto „Kapitalrücklage“ verwendet, welches ohne notariellen Akt verwendet werden kann. Wenn in Spanien dann Kapitalherabsetzungen beschlossen und umgesetzt werden, ist das ein einfacher Vorgang, der beim Anteilseigner zu einem steuerfreien Zufluss führt.

    WICHTIG! Damit die Einlagenrückgewähr aus den spanischen Gesellschaften in Deutschland auch steuerfrei vereinnahmt werden kann, muss nach § 27 Abs. 8 Satz 3 KStG ein entsprechender Antrag gestellt werden. Wenn der Antrag nicht gestellt wird, erfolgt eine Besteuerung der Kapitalherabsetzung mit der Ausschüttungsbelastung!


    Weiterer Hinweis 

    Wie oben dargestellt erfolgen die Einlagen entweder als Erhöhungen des Nennkapitals, oder über die Kapitalrücklage. Bei der Nennkapitalherabsetzung ist in Deutschland nach unserer Kenntnis strittig, ob hier für die Steuerfreiheit auf Ebene des Anteilseigners überhaupt das Verfahren nach § 27 Abs. 8 KStG notwendig ist. Laut BMF-Schreiben v. 04.04.2016, Az. IV C 2 -S 2836/08/10002 sind aber auch Nennkapitalerstattungen von der Vorschrift erfasst. Wegen der Ausschlussfrist bei fehlendem Antrag empfehlen wir aus Vorsichtsgründen eine Antragstellung. 


    Zu erfüllende Formalien in Deutschland:

     

    • Der Antrag ist durch die jeweilige spanische Gesellschaft zu stellen.
    • Die Frist für den Antrag endet am 31. Dezember des Folgejahres der Kapitalherabsetzung (Ausschlussfrist).
    • Es ist der amtliche Vordruck zu verwenden: KSt 1 F 27 (8)

    Örtlich zuständig ist das Bundeszentralamt für Steuern (BZSt), wenn die spanischen Gesellschaften in Deutschland nicht beschränkt steuerpflichtig sind, vgl. § 27 Abs. 8 Satz 6 KStG. Das BZSt hat ein Merkblatt herausgegeben, in dem es die seines Erachtens notwendigen Nachweise auflistet. Die notwendigen spanischen Unterlagen müssen inklusive einer deutschen Übersetzung eingereicht werden. 

    Da die spanischen Gesellschaften keine jährliche Feststellung des steuerlichen Einlagekontos durchführen, muss die Historie der bisherigen Eigenkapitalentwicklung dargelegt werden, damit erkennbar ist, dass die Rückgewähr kein Eigenkapital enthält, das zuvor aus Gesellschaftsmitteln umgewandelt wurde. 

    Nach vorherrschender deutscher Meinung müssen nicht der handelsrechtliche Abschluss, sondern Steuerbilanzen der spanischen Gesellschaften eingereicht werden. Hierbei kann man aber die Bilanz nehmen, die für das spanische Steuerrecht zugrundezulegen ist. Die spanischen Gesellschaften müssen nach Erteilung der Bescheinigung durch das BZSt den Holding-Gesellschaften eine Bescheinigung nach § 27 Abs. 3 KStG ausstellen, aus der sich der steuerfreie Betrag der Einlagenrückgewähr ergibt.

  • Nachricht mit ausführlicher Expertenanalyse und Stellungnahme zum Tourismusgesetz als PDF-Download

    Bei unserem erfolgreichen Seminar „Tempolimit oder Stopschild für die Ferienvermietung“ haben wir eine ausführliche schriftliche Analyse des neuen Tourismusgesetzes angekündigt. Diese 30-seitige ausführliche Stellungnahme können Sie hier Herunterladen.

  • Mandantendepesche u.a. zu den Themen länderübergreifende steuerliche Bearbeitung, Tourismusgesetz und AI

    Da mit den umfangreichen Neuerungen auch steuerliche Auswirkungen einhergehen, erhalten Sie einen Überblick über unsere „Digitale Lösung“ für die länderübergreifende steuerliche Bearbeitung. In dieser Lösung  sind die Auswirkungen des neuen Tourismusgesetzes wie auch des automatischen Informationsaustausches berücksichtigt. Da vor wenigen Tagen (30.09.) die ersten Datenpakete zwischen den spanischen und deutschen Behörden ausgetauscht wurden, sollte überprüft werden, ob die eingereichten Erklärungen wirklich vollständig waren.

    Hier Herunterladen

  • Kommentierung des neuen Tourismusgesetzes

    Fachbeitrag zum neuen Tourismusgesetz und deren Auswirkung auf die Wohn- und Ferienvermietung ab Sommer 2017.

    Autor: Domininc Porta

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  • Ihr Nutzen durch unsere länderübergreifende Lösung - Wohn- und Ferienvermietung 4.0!

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  • Das neue Tourismusgesetz der Balearen - Tempolimit oder Stopschild?

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  • Anmeldung zur Veranstaltung zum brisanten Thema "Tourismusgesetz der Balearen zur Regelung der Ferienvermietung"

    Das neue Tourismusgesetz der Balearen zur Regelung der Ferienvermietung ist ab dem 01.08. mit der Veröffentlichung im Amtsblatt der Balearen (BOIB) rechtsgültig geworden. Da sich bestimmte Regelungen im Gesetz widersprochen haben, wurde am Freitag, den 4. August ein Dekret beschlossen, welches die Unstimmigkeiten beheben soll. Damit ist u.a. auch ein Moratorium in Kraft getreten, daß das Erteilen von neuen Lizenzen für die private Ferienvermietung für die Dauer eines Jahres unterbindet. Jetzt haben der Stadtrat von Palma und der Inselrat von Mallorca eine gesetzliche Frist von einem Jahr, um Zonen festzulegen, in denen das Vermieten gestattet werden könnte oder weiterhin verboten bleibt.

    Seminarthemen

    Viele, die sich eine Immobilie auf Mallorca kaufen wollen, bevorzugen eine Testphase und mieten sich zunächst für die Ferien ein Haus oder eine Wohnung auf Mallorca, weil sie die Intimität eines privaten Appartements oder eines privaten Hauses dem Wohnen im Hotel vorziehen. Und schließlich ist die Miete einer privaten Wohnmöglichkeit günstiger als die Kosten im Hotel. Die Ferienvermietung ist geregelt im Tourismusgesetz. Danach ist die touristische Vermarktung von freistehenden Häusern, Fincas und Dorfhäusern grundsätzlich gestattet, wenn man dafür eine Lizenz hat und die Einnahmen versteuert.

    Die Ferienvermietung von Wohnungen in Mehrfamilienhäusern und Appartementanlagen war grundsätzlich nicht gestattet, und zwar ausdrücklich nach dem Tourismusgesetz und teilweise auch aufgrund von Regelungen in den Satzungen der Appartementanlagen. Tatsächlich werden und wurden Tausende von Wohnungen illegal für Ferienzwecke vermietet. Die jetzige Linksregierung hatte in ihrem Wahlprogramm zugesagt, die Ferienvermietung von privaten Wohnungen zu regeln. Dabei stieß sie auf widerstreitende Interessen: Da war zunächst die einflussreiche Hotellobby, die wollte, dass die private Wohnungsvermietung zu Ferienzwecken generell untersagt bliebe und Verstöße energisch verfolgt würden. Klar: Ein Privater, der keine Einkommensteuer zahlt und auch die Tourismusabgabe nicht einzieht, kann bedeutend günstiger anbieten, als ein Hotelier. Dann waren es die Bürger, die monierten, dass aufgrund der Ferienvermietung günstiger Wohnraum dem Markt entzogen werde. Und dann waren da die privaten Eigentümer, die sich die Zusatzeinnahmen nicht nehmen lassen wollten. Schließlich intervenierte auch die Zentralregierung, die die Rechtsansicht vertritt, die Balearen hätten für diese Fragen keine Regelungskompetenz.

    Nun ist am 1. August 2017 das geänderte balearische Tourismusgesetz in Kraft getreten, das aber diese Frage der Zulässigkeit der privaten Vermietung von Wohnungen zu Ferienzwecken nicht wirklich regelt. In dem wesentlichen Punkt der Freigabe von privaten Wohnungen für die Ferienvermietung gab es keine Mehrheit. Es wurde vielmehr ein einjähriges Moratorium beschlossen. In dieser Zeit dürfen keine Lizenzen für die Ferienvermietung von privaten Wohnimmobilien erteilt werden. In dieser Zeit sollen die Gemeinden der Balearen entscheiden, ob sie auf ihrem Gemeindegebiet die Freigabe wollen oder nicht. Die Gemeinde Palma hat sich schon dagegen entschieden.

    Seminarinfo

    Am Freitag, dem 1. September bieten wir - die European@ccounting - Ihnen ab 13.30 Uhr eine Informationsveranstaltung zu diesem brisanten Thema an. Namhafte Referentinnen & Referenten - auch vom Tourismusministerium - werden ein Gesamtbild der aktuellen Situation darstellen und mit Ihnen diskutieren. 
    Seminarunterlagen und Anmeldeformular finden Sie unter "Home" oder "Veranstaltungen".

  • Kommentare zum balearischen Tourismusgesetzes samt Problemfragenprognose für die Ferienvermietung

    Am 18. Juli wird das Parlament der Balearen voraussichtlich eine Reform des balearischen Tourismusgesetzes beschließen, die erhebliche Auswirkungen auf das Geschäftsmodell der Ferienvermietung haben wird. Einerseits wird die Möglichkeit eröffnet, auch Appartements legal für kurzfristige Urlaubsaufenthalte anzubieten. Andererseits werden jedoch Beschränkungen in Kraft treten, deren wichtigste die Abschaffung einer Ausnahmeregelung ist, die bisher für Ferienvermietung gegolten hat: Im aktuell gültigen Tourismusgesetz gibt es anders als für die Mehrzahl der Hotelkategorien keine Betten-Obergrenze.

    Madrid stellt sich quer

    Das Veto aus Madrid wird aktuell von der Balearen-Regierung ignoriert. Ab 18. Juli sind die Gemeinden der Inseln aufgerufen, Zonen und Obergrenzen auch für die Ferienvermietung festzulegen. Diese Novellierung des Tourismusgesetzes wird mindestens acht Monate in Anspruch nehmen. Es ist absehbar, dass das Tourismusministerium keine weiteren Anmeldungen für die Ferienvermietung annimmt, solange diese Grenzen nicht beschlossen sind. Das bedeutet, dass für die Inbetriebnahme neuer Ferienhäuser und –appartements zuerst Plätze erworben werden müssen, sofern noch verfügbar. Ähnlich wie dies bereits für Hotels funktioniert, werden die Inselbehörden eine Art Bettenbörse betreiben. Ist deren Kontingent erschöpft, muss ein Anwärter darauf warten, dass jemand sein Ferienhaus vom Markt nimmt und die entsprechende Bettenzahl frei wird. Inwieweit bzw. in welchem Ausmaß der Erwerb von „Bettenplätzen“ um die touristische Lizenz zu erhalten, mit Kosten verbunden sein wird, ist noch unklar.

  • Begründete Zweifel der spanischen Zentralregierung über den freien Zugang zu Dienstleistungstätigkeiten und deren Ausübung

    Die Balearen-Regierung bastelt bekanntlich an einer Änderung des Tourismusgesetzes in Bezug auf die Ferienvermietung privaten Wohnraums. Teile des Gesetzesvorhabens sind schon veröffentlicht. Doch fest und sicher ist noch nichts – und wird es wohl auch nicht so bald werden. Die Zentralregierung hält den vorgelegten Entwurf für rechtswidrig und zweifelt insbesondere an, dass die Balearen die Kompetenz hätten, für die Ferienvermietung bestimmte Obergrenzen festzusetzen und bestimmten Unternehmensgruppen die Ferienvermietung generell zu untersagen. Die Balearen-Regierung sieht das als „Angriff auf die Autonomie der Balearen“. 


    Zweifel der Zentralregierung

    Die Zentralregierung warnt davor, dass über den freien Zugang zu Dienstleistungstätigkeiten und deren Ausübung im Rahmen der Verfassung und der europäischen Richtlinie „Einschränkungen, die mit dem Grundsatz des freien Unternehmertums in jedem Fall kompatibel sein muss“. Der Gesetzesentwurf gibt Anlass für eine mögliche Verfassungsklage, wenn das Gesetz in der jetzigen Fassung endgültig genehmigt werden sollte.

  • Nichtresidenten werden ab sofort systematisch auf das Nachkommen aller Vermögenssteuerpflichten von der AEAT überprüft

    Nichtresidenten werden systematisch überprüft: Nach fünf Jahren nahezu absoluter Ruhe hat das staatliche Finanzamt (AEAT) schlagartig damit begonnen, die Erfüllung der Vermögensteuerpflicht von Nichtresidenten aufgrund von Immobilieneigentum in Spanien zu prüfen. Aktuell werden systematisch und massenhaft Aufforderungen an Personen verschickt, die nach Informationen der AEAT über spanisches Immobilieneigentum mit Wert über dem Freibetrag (700.000 Euro) halten. Wir beschäftigen uns mit diesem Thema ausführlich in unserer "Depesche Juni 2017".

    Einen Schnell-Check Ihrer Vermögensteuerpflicht können Sie mit Hilfe unseres Steuerrechners für Nichtresidenten durchführen.

  • Neues zur Vermögen- und Tourismussteuer auf den Balearen

    Vermögensteuer im Visier - Nichtresidenten werden systematisch überprüft. 
    Touristensteuer wird kontrolliert - Balearisches Finanzamt beginnt mit Prüfungen

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  • Das Tourismusministerium und die Steuerbehörde machen ernst: Ab sofort verschärfte und ausgedehnte Inspektionen

    Inspektoren des Tourismusministeriums und der Steuerbehörde besuchten kurz vor Ostern Immobilienagenturen und Vermittlungsfirmen - darüber haben wir berichtet - in Palma, Pollenca, Colonia Sant Jordi, Cala D`Or, Capdepera und Arta und stellten umfangreiches Beweismaterial für illegale Ferienvermietung sicher. Dabei wurden zahlreiche Verstöße gegen das Verbot der Vermietung von Appartements in Mehrfamilienhäusern festgestellt. Bisher können bekanntlich lediglich Einfamilienhäuser touristisch vermietet werden. Es wurden mittlerweile erhebliche Geldbußen verhängt. Die Inspektionen sollen ausgedehnt und fortgesetzt werden.

    Vergesslichkeit lokaler Politiker

    Im Rahmen dieser Überprüfungen hat es auch die marxistisch-populistische Partei Podemos, die die linke Balearen-Regierung stützt und lautstark gegen die illegale, touristische Vermietung von Wohnraum auftritt, erwischt. Ihr Vorsitzender Alberto Jarabo hat seine Mietwohnung in Son Serra de Marina illegal touristisch untervermietet. Zurzeit wird geprüft, ob er dafür Steuern zahlte. FAZIT: Achten Sie bitte darauf, dass neben den spanischen auch die deutschen Finanzämter tätig werden, wenn man die Einnahmen versehentlich vergessen haben sollte. In Deutschland nennt man das dann Steuerhinterziehung. Man sollte beachten, das zur Wahrscheinlichkeit auch gehört, dass das Unwahrscheinliche eintreten kann.

  • Zur Verfassungswidrigkeit der Wertzuwachsteuer beim Verkauf einer Immobilie, bei der kein Veräusserungsgewinn erzielt wurde

    Als „verfassungswidrig“ stuft das spanische Verfassungsgericht die Wertzuwachssteuer (Plusvalía) ein, wenn beim Verkauf einer Immobilie kein Gewinn erzielt wird. Mit seinem Urteil vom 11. Mai bestätigt das „Tribunal Constitucional“ ein gleichlautendes Urteil vom 16. Februar dieses Jahres betreffend die Region Gipuzkoa (Baskenland) und erweitert dessen Gültigkeit auf das ganze Staatsgebiet. Dies ebnet spanienweit den Weg für die Forderung nach Rückerstattung in all jenen Fällen, in denen eine Immobilie mit Verlust verkauft wurde und noch keine Verjährung erfolgt ist.

    Mit der Plusvalía besteuert die jeweilige Gemeinde den theoretischen Wertzuwachs eines Grundstücks zum Zeitpunkt des Verkaufs einer Immobilie. Die Abgabe ist vom Verkäufer zu tragen. Das Urteil zwingt Spaniens Gemeinden, die 2015 über diese Steuer mehr als 2,4 Milliarden Euro eingenommen haben, die entsprechenden Artikel in der Gemeindeverordnung zu ändern. Bei verlustfreien Immobilienverkäufen wird die Plusvalía weiterhin unverändert angewendet.

    Erstattung beantragen

    Da aufgrund dieses Urteils bei allen Verkäufen der letzten vier Jahre, bei denen Verluste entstanden sind, die Erstattung beantragt werden kann, haben wir eine Sonderabteilung gegründet die sich ausschließlich mit diesem Thema beschäftigt. Gerne können Sie sich ein Angebot einholen. Schreiben Sie an: plusvalia@europeanaccounting.net  

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  • Informative Darstellung der Neuheiten und erheblichen Erweiterungen des Steuerumgehungsbekämpfungsgesetzes

    Am 27.4.2017 beschloss der Bundestag das Gesetz zur Bekämpfung der Steuerumgehung und zur Änderung weiterer steuerlicher Vorschriften (Steuerumgehungsbekämpfungsgesetz). Mit dem Gesetz werden die Möglichkeiten der Finanzbehörden verbessert, Informationen über Beteiligungen an sog. Briefkastenfirmen in Steueroasen zu erhalten und wirtschaftliche Aktivitäten sowie Zahlungsströme besser verfolgen zu können.

    Neuigkeiten

    Neu eingeführt werden u. a. Mitteilungspflichten über die Beteiligung mit beherrschenden oder bestimmenden Einfluss an einer Drittstaat-Gesellschaft und über die Art der wirtschaftlichen Tätigkeit der Drittstaat-Gesellschaft. Drittstaat-Gesellschaft in diesem Sinne ist eine Personengesellschaft, Körperschaft, Personenvereinigung oder Vermögensmasse in einem Staat außerhalb der EU bzw. des EWR. Zudem haben Kreditinstitute weitere Daten zur Identifizierung von Kontoinhabern zu erheben, wobei die Kontoinhaber zur Mitwirkung verpflichtet werden. Der Bundesrat wird voraussichtlich am 2.6.2017 darüber entscheiden, ob er dem Gesetz zustimmt.

  • Der automatische Datenaustausch zwischen Deutschland und Spanien begünstigt die Einhaltung rechtlicher und steuerlicher Vorschriften

    In den vergangenen Tagen haben die mallorquinischen Behörden (Finanzamt gemeinsam mit dem Tourismusministerium) eine Vielzahl von Vermittlern, die Wohn- und/oder touristische Vermietung als Dienstleistung anbieten, besucht. Die Behörden haben dort ein großes "Schürffeld von Steuersubstrat" gefunden, welches nunmehr daraufhin überprüft wird, ob die rechtlichen und steuerrechtlichen Vorschriften auf den Balearen erfüllt sind. Sollten die Einkünfte nicht ordnungsgemäß erklärt und die Steuer bezahlt sein drohen empfindliche Strafen.

    Es ist u.a. auch zu bedenken, dass aufgrund des automatischen Datenaustausches die deutschen Finanzbehörden von den Vorgängen in Kenntnis gesetzt werden und eine entsprechende steuerliche Würdigung im Heimatland erfolgt. Hier sollte man vorsorglich bei seinem deutschen Steuerberater nachfragen, ob die Vermietungseinkünfte in Spanien auch in der deutschen Einkommensteuererklärung erklärt wurden.