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Familienvermögen in Krisenzeiten

Erste Erkenntnisse von unserem Event in der Motorworld.

Erstveröffentlichung: 01. Februar 2026

Familienunternehmen werden derzeit von mehreren Seiten in die Zange genommen. Da wären zum einen die geopolitischen Verwerfungen und die transatlantischen Zerwürfnisse. Zum anderen stellen disruptive Innovationen bislang funktionierende Geschäftsmodelle in ihrem Kern in Frage. Als weitere große Herausforderung müssen sich zahlreiche Familien mit der unternehmerischen Nachfolge auseinandersetzen - ein Problem, das mit der aktuellen Debatte um die Erbschaftsteuer in Deutschland zusätzliche Brisanz gewinnt.

Was also tun? Welche Strategien anwenden? Antworten auf diese Fragen gab es bei unserem Event “Familienvermögen in Krisenzeiten” am Freitag, 30. Januar, und zwar aus gleich mehreren Perspektiven, von Steuerexperten, Wissenschaftlern, Unternehmern. Antworten, die hier generisch und knapp zusammengefasst werden sollen. Die Motorworld Mallorca war der perfekte Ort für das Thema - der Mix aus Oldtimer-Faszination und modernem Industriestil steht für Erfolgsgeschichten, die nur mit einem neuen Mindset, Mut zur Veränderung und neuen Strategien fortgesetzt werden können.

Warum sich gerade Deutschland damit so schwer tut, ist auch psychologisch zu erklären - bei den Vorträgen und Debatten auf dem Podium wurde speziell auf zwei Denkfehler verwiesen. Da wäre zum einen der “Success Bias”: Wir kopieren stur vergangene Erfolgsmodelle, obwohl sich die Marktbedingungen geändert haben. Wir sind blind für notwendige Innovationen, weil „es ja immer funktioniert hat“. Dabei ist die Welt längst eine andere. Ebenso wenig hilfreich ist der “Normalcy Bias”: Wir tun Warnsignale und Krisen trotz ihrer Häufigkeit und Intensität als Ausreißer ab, anstatt sie als Vorboten eines „New Normal“ zu begreifen.

Eine Kombination aus Stabilität und Agilität ist nötig

Erfolg verspricht da vielmehr das Konzept der “Stagilität” - eine Kombination aus fundamentaler Stabilität und der nötigen Agilität. Gerade wenn sich die äußeren Bedingungen nicht kontrollieren lassen, ist es umso wichtiger, einen klaren Kompass zu haben, Werte als Entscheidungsbasis, Ordnung und klare Prozesse im Inneren, eine rechtlich-institutionelle Schutzstruktur sowie die nötige Diversifikation, um auch bei stürmischer See den Kurs halten oder auch korrigieren zu können.

Auch wenn US-Präsident Trump in mehrfacher Hinsicht großen Schaden anrichtet, darf er kein Vorwand sein, sich einer Auseinandersetzung mit der Innovationskraft und der unternehmerischen Initiative in den USA zu verweigern, ähnlich wie im Fall chinesischer Erfolgsstrategien - beide Länder bieten Lernmaterial, keine Blaupausen. Das wirtschaftliche Minus, das die US-Zollpolitik in Europa auslöst, lässt sich neben neuen Freihandelsabkommen wie mit Mercosur und Indien auch mit einer Vollendung des EU-Binnenmarkts begegnen - die unterschiedlichen nationalen Regelungen entsprechen einem Zollsatz von rund 40 Prozent. Gleichzeitig bietet sich für Europa die Chance, zu einem “neuen Westen” zu werden und die Werte zu vertreten, für die einst die USA standen und die Trump mit Füßen tritt - Softpower, die ebenfalls die Attraktivität eines wirtschaftlichen Standorts ausmacht.

“Vollkasko-Mentalität” lässt nur kleine Schritte zu

Wie Deutschland sich reformieren muss, um angesichts stagnierender Wirtschaftsleistung nicht länger über seine Verhältnisse zu leben und wieder fit für die Zukunft zu werden, ist ausreichend diagnostiziert. Beim bestehenden Umsetzungsproblem dürfen die Erwartungen allerdings nicht zu hoch geschraubt werden - die starren verfassungsrechtlichen Strukturen, die Mechanismen der Mehrheitsfindung in einer zunehmend polarisierten Gesellschaft und die vorherrschende “Vollkasko-Mentalität” lassen nur langsame und kleine Schritte zu.

Vor diesem Hintergrund gewinnen zu Ende gedachte Konzepte für Kapitalsicherung, Mobilitätssicherung und Nachfolgesicherung weiter an Relevanz. Wie solche Konzepte konkret und individuell aussehen können, haben wir in den Gesprächen in den Kaffeepausen, beim Essen und beim ausgiebigen Networking im Chateau Vino de la Isla in Algaida am Samstag ausgelotet - ein Erkenntnisgewinn für alle Beteiligten, über den wir noch ausführlicher berichten werden.

Mein Dank gilt allen Referenten, unseren Partnern Bundeswirtschaftssenat, LBBW Domus Vivendi Group Studio AKAMÁ aurivolt GmbH Perlentaucher Holding Balearen S.L. Hannover Finanz Matrol Bauprojektmanagement Blackstone Fachseminare von Fürstenberg GmbH & Co. KG Motorworld Mallorca Bahamas Homes Development- Hanno Holger Strack Jardins Tramuntana sowie Marnali Art und Mitveranstalter F.U.N. Das Familien Unternehmer Netzwerk von Prof. Dr. Arnold Weissman, den zahlreichen Helfern und vor allem unseren mehr als 200 Gästen.

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