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Misstrauensvotum gegen das System

Wie gefährlich ist Deutschlands Vertrauenskrise?

Erstveröffentlichung: 14. Dezember 2025

KI-Illustration: Gläserner Würfel in Berlin

Die neue Allensbach-Umfrage zeigt eine Zäsur: Die Mehrheit der Deutschen vertraut den zentralen Institutionen des Staates nicht mehr. Was früher undenkbar schien, ist heute Realität – mit weitreichenden Folgen für Demokratie, Rechtsstaat und gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Die wichtigsten Befunde der Studie:

  • Nur 28 % vertrauen der Bundesregierung.
  • Nur 22 % vertrauen den Medien.
  • Nur 17 % vertrauen politischen Parteien.
  • Selbst das Bundesverfassungsgericht, traditionell ein Stabilitätsanker, fällt von 81 % (2021) auf 63 %.

Diese Zahlen stellen kein Stimmungsbild dar. Sie sind ein Misstrauensvotum gegen das System selbst – gegen Politik, gegen Institutionen, gegen das Zusammenspiel der Gewalten.

Wie konnte es so weit kommen?

Die Allensbach-Studie verweist auf Entwicklungen, die viele Bürger bereits erleben:

Politik und Verwaltung haben sich entfernt.

Während der Corona-Zeit setzte eine Entfremdung ein: Politik wurde als bevormundend, bürokratisch und unberechenbar erlebt.

Medien gelten als Teil des Staatsapparates.

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk wird laut Studie zunehmend als „Extension des Staates“ wahrgenommen. Skepsis gegenüber offiziellen Narrativen führte zu Gegenreaktionen – und zu einem nachhaltigen Vertrauensverlust.

Ein immer deutlicherer Bruch zwischen Wahrnehmung der Bevölkerung und Deutung der Institutionen

Der Fall der Verfassungsrichterwahl (Frauke Brosius-Gersdorf) zeigt dies exemplarisch: Die öffentliche Reaktion großer Teile von Politik und Medien stand im Widerspruch zur Sicht der Mehrheit der Bürger, die das Vorgehen der Abgeordneten als legitime Ausübung ihres Mandats bewerteten.

Warum diese Krise gefährlich ist.

Vertrauen ist das Fundament repräsentativer Demokratie. Thomas Petersen (Allensbach) schreibt in der F.A.Z.:

„Die repräsentative Demokratie kann nur funktionieren, wenn die Bürger ihren Vertretern ein Mindestmaß an Vertrauen entgegenbringen.“

Wenn dieses Vertrauen weiter erodiert, entsteht ein strukturelles Risiko: Ein System, das von innen bröckelt.

Was jetzt wichtig wäre

  • Selbstkritische Analyse statt Ritualdebatten
  • Offenheit gegenüber dem Bürgervotum – auch wenn es unbequem ist
  • Wiederherstellung glaubwürdiger Unabhängigkeit von Medien und Institutionen
  • Mehr Transparenz und weniger politische Symbolhandlungen

Nur dann lässt sich der Vertrauensverlust umkehren – und die Stabilität des Systems bewahren. Ich wünsche einen weihnachtlichen dritten Advent – und einen klaren Blick auf die Entwicklungen, die Deutschland unser prägen.

Quellen: Institut für Demoskopie Allensbach; F.A.Z., Thomas Petersen

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