News-Talk mit der MZ: Steigende Mieten und politische Blockade – wie lange hält Mallorca das aus?
Mallorca erlebt einen tiefgreifenden Wandel. Während Mieten und Immobilienpreise weiter steigen und viele Haushalte an ihre Belastungsgrenze geraten, ringt die Politik um Lösungen – oft blockiert durch ideologische Gräben und fehlende Mehrheiten. Gleichzeitig präsentiert sich die Insel in der Vorweihnachtszeit festlich, lebendig und wirtschaftlich aktiv. Dieser News-Talk mit der Mallorca Zeitung beleuchtet genau diesen Widerspruch.
Im Fokus steht die angespannte Wohnraumsituation auf den Balearen. Auslaufende Fünfjahresmietverträge, massive Mieterhöhungen und der zunehmende Druck auf Arbeitnehmer, Familien und junge Menschen prägen den Alltag vieler Insulaner. Diskutiert werden politische Instrumente wie Mietpreisbremse, staatlicher Wohnungsbau und die Rolle der Zentralregierung in Madrid – ebenso wie die Frage, warum Lösungen nur langsam greifen.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die politische Lage zum Jahresende. Der verlängerte Haushalt der Balearenregierung, die Abhängigkeit von politischen Randparteien und die Unsicherheit auf nationaler Ebene sorgen für Stillstand in zentralen Zukunftsfragen.
Zum Abschluss richtet sich der Blick auf die Vorweihnachtszeit auf Mallorca: Weihnachtsmärkte, Events und kulturelle Initiativen als Wirtschaftsfaktor – aber auch als Auslöser für Diskussionen über Identität, Tradition und Akzeptanz.
Die Redner:
Timothea Imionidou, Journalistin und Podcast-Producerin bei der PlattesGroup, moderiert das Gespräch und ordnet die Themen ein.
Ciro Krauthausen, Chefredakteur der Mallorca Zeitung, analysiert politische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklungen auf den Balearen und gibt Einblicke in aktuelle Debatten.
PlattesGroup auf Social Media
Die PlattesGroup ist auf LinkedIn vertreten. Außerdem posten wir aktuelle News sowie Reels und Shorts auf Instagram und Youtube Shorts.
Über unseren WhatsApp-Kanal bekommen Sie Updates zu Wirtschaft, Steuern und Recht direkt aufs Handy.
Darüber hinaus sind wir mit unseren Podcasts auf allen gängigen Plattformen zu finden, wie Spotify und Apple Podcasts.
Unsere Podcasts gibt es nicht aber nur zum Anhören, sondern auch zum Ansehen, und zwar auf unserem Youtube-Kanal.
Zusammenfassende Informationen erhalten Sie darüber hinaus im Zwei-Wochen-Rhythmus in unserem kostenlosen Newsletter, der Mandantendepesche.
Timothea Imionidou
Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Podcastfolge. Heute mal nicht aus dem Studio der PlattesGroup. Ich sitze heute in den heiligen Hallen der Mallorca Zeitung in Palma. Bei mir ist Ciro Krauthausen, der Chefredakteur der Mallorca Zeitung. Wir haben ja vor ein paar Wochen schon einmal miteinander gesprochen zu aktuellen Themen. Ich freue mich sehr, dass ich heute wieder hier sein darf.
Ciro Krauthausen
Vielen Dank, dass du vorbeigekommen bist. Und heilig sind die Hallen jetzt auch nicht – sie stehen allen Hörerinnen und Hörern natürlich offen.
Timothea Imionidou
Für mich als Journalistin, die schon lange auf Mallorca ist, sind das durchaus heilige Hallen.
Ciro Krauthausen
Als Journalist ist man immer gerne in Redaktionsräumen. Ich besuche auch gerne andere Redaktionen. Das fühlt sich einfach wie eine berufliche Heimat an.
Timothea Imionidou
Wir haben heute drei Hauptthemen. Zum einen die Wohnungsnot auf Mallorca und den Balearen. Zum zweiten den aktuellen politischen Stand zum Jahresende. Und zum Schluss ein etwas schöneres Thema: die Vorweihnachtszeit hier auf Mallorca. Ich würde sagen, wir starten direkt mit der Wohnungsnot – ein Thema, das uns schon länger begleitet und uns wahrscheinlich auch weiterhin begleiten wird.
Was ist denn aktuell der Stand? Was beschäftigt die Menschen gerade besonders?
Ciro Krauthausen
Die Wohnungsnot ist natürlich kein neues Thema. Das ist allgemein bekannt – nicht nur auf Mallorca, auch anderswo. In Deutschland ist es teilweise auch nicht viel besser. Auf Mallorca kommt hinzu: Es ist eine Insel, das Territorium ist begrenzt. Gleichzeitig sind die Einkommen im Schnitt deutlich niedriger als zum Beispiel in Deutschland, während die Mieten und Immobilienpreise durch die Decke gegangen sind.
Ein Grund ist die große ausländische Nachfrage. Was sich aktuell zuspitzt: Die Sorgen steigen weiter. Die Insel geht sehr besorgt in das Jahr 2026. Es gab kürzlich eine alarmierende Nachricht: Das spanische Verbraucherschutzministerium hat eine Statistik veröffentlicht, wie viele Haushalte auf den Balearen zum Jahresende eine Mieterhöhung zum Januar 2026 befürchten müssen. Dazu muss man wissen, dass die meisten Mietverträge auf Mallorca standardmäßig Fünfjahresverträge sind.
Das heißt: Wenn ein Mietvertrag 2021 abgeschlossen wurde – in dem Jahr, als die Wirtschaft am Boden lag und die Mieten vergleichsweise niedrig waren – laufen diese Verträge jetzt aus. Vermieter dürfen die Miete erhöhen und sie dürfen sie an die Preise anpassen, die sie für richtig halten. Die Marktpreise haben sich seitdem teils verdoppelt. Eine Wohnung, die damals vielleicht 800 Euro gekostet hat, kann heute für 1.600 oder 1.800 Euro neu angeboten werden.
Timothea Imionidou
Ich kann das aus eigener Erfahrung bestätigen. Wir sind 2020 im Februar mit unserer Familie auf eine Finca gezogen – damals schon zu einem Preis, bei dem wir dachten: Das ist viel Geld. Wir hatten einen Fünfjahresvertrag und mussten jetzt ausziehen. Etwas Vergleichbares zu diesem Preis zu finden, war unmöglich. Es gab nur zwei Optionen: Entweder man verkleinert sich, um beim gleichen Preis zu bleiben, oder man zahlt deutlich mehr.
Und es gibt viele Menschen, die mit deutlich weniger Geld auskommen müssen. Für die ist es keine Option zu sagen: Dann zahlen wir eben 700 Euro mehr. Die wissen oft schon jetzt nicht, wie sie über die Runden kommen. Das ist wirklich katastrophal.
Ciro Krauthausen
Genau. Und man ist dabei auch vom guten Willen der Vermieter abhängig.
Timothea Imionidou
Aber würdest du als Vermieter – wenn du weißt, dass du das Doppelte im Monat bekommen kannst – nicht auch erhöhen? Irgendwer zahlt ja.
Ciro Krauthausen
Andererseits: Wenn alle so denken, geht der gesellschaftliche Zusammenhalt in die Brüche. Das ist das klassische Spannungsfeld zwischen Eigennutz und gesellschaftlicher Verantwortung. „Eigentum verpflichtet“, wie man es aus der deutschen sozialen Marktwirtschaft kennt – das wird man sehen, wie weit das hier trägt.
Es gab auch einen Aufruf des Wohnungsministers, der an Vermieter appelliert hat: Erhöht nicht in diesem Maße. Wir werden sehen, was passiert.
Diese Statistiken kommen aus dem spanischen Verbraucherschutzministerium in Madrid. Das Ministerium wird von der Linkspartei Sumar geführt – Koalitionspartner der Sozialisten um Pedro Sánchez. Madrid drängt auf eine Mietpreisbremse und hat die gesetzlichen Voraussetzungen dafür geschaffen.
Diese Mietpreisbremse ist umstritten – wie überall. Gleichzeitig muss man sagen: In Städten, in denen sie eingeführt wurde, zeigt sie durchaus Wirkung. Sie löst nicht alle Probleme, aber zumindest steigen die Mieten nicht weiter.
Barcelona hat sie eingeführt, dort sind die Mieten teilweise gesunken. Allerdings sind viele Vermieter auf Zeitverträge ausgewichen. Das ist ein gesetzliches Schlupfloch, wodurch die Wirkung nicht so ausfällt, wie ursprünglich geplant.
Timothea Imionidou
Das führt dann aber wieder zu Wohnungsmangel, oder?
Ciro Krauthausen
Genau, weil das Angebot dadurch sinkt. Es gibt aber andere Beispiele, etwa La Coruña in Galizien. Dort sagt die Verantwortliche: Die Mieten sinken nicht dramatisch, aber die Preissteigerung wird gebremst.
La Coruña ist natürlich kein touristisches Gebiet – das ist eher eine Industriestadt. Trotzdem: Es gäbe Gründe, es auch hier zu probieren. Und der Druck wächst. Madrid übt Druck auf die Balearen aus, weil es auch staatlich finanzierte Wohnungsbauprogramme gibt. Und da sitzt Madrid am längeren Hebel: Wenn ihr keine weiteren Maßnahmen ergreift, gibt es weniger Geld für den Wohnungsbau.
Timothea Imionidou
Wie wahrscheinlich ist das?
Ciro Krauthausen
Das wird gerade verhandelt. Und es ist stark ideologisch aufgeladen, weil die beiden großen Parteien kaum noch miteinander sprechen. Es ist viel Konfrontation und wenig gemeinsame Lösungsfindung zwischen Regional- und Zentralregierung – obwohl das Problem den Menschen wirklich unter den Nägeln brennt.
Timothea Imionidou
Wie wahrscheinlich ist es deiner Einschätzung nach, dass eine Mietpreisbremse hier kommt?
Ciro Krauthausen
Momentan sehe ich sie nicht. Aber die Balearenregierung gerät weiter unter Druck, weil die Sorge wächst, dass alles vollkommen aus dem Ruder läuft. Und Alternativen gibt es kaum.
Timothea Imionidou
Eine Lösung wäre ja Neubau. Das ist hier auch ein Thema. Wäre das nicht eine Lösung?
Ciro Krauthausen
Im Grunde ja. Die Balearenregierung hat von Anfang an darauf gesetzt, die Bedingungen für Bauträger so zu gestalten, dass sich Bauen wieder lohnt – etwa durch leichteren Zugang zu Baugrund oder durch Lockerungen von Auflagen. Gleichzeitig sollten Bauträger verpflichtet werden, mindestens die Hälfte des geschaffenen Wohnraums zu gedeckelten Preisen anzubieten.
Dahinter steht die Idee: Der Staat schafft die Rahmenbedingungen, damit die Privatwirtschaft liefert. Das ist nicht grundsätzlich falsch. Dazu kamen weitere Maßnahmen: Aufstockungen von Gebäuden, Umwandlung von Gewerberäumen in Wohnraum, Aufteilung großer Wohnungen, erleichterte Baugenehmigungen.
Das Problem ist: Es dauert lange, bis überhaupt gebaut wird. Gemeinden und Rathäuser sind überfordert, es fehlen Ressourcen, und die Bürokratie ist träge. Man sieht keine große Ansammlung von Baukränen – außer im Luxussegment. Kleinere Projekte laufen an, aber insgesamt geht es viel zu langsam.
Die Menschen brauchen aber kurzfristige Lösungen – und die gibt es in dieser Form nicht. Das hat inzwischen offenbar auch die Landesregierung und das Rathaus Palma erkannt. Deshalb geht man jetzt entgegen der ursprünglichen Linie dazu über, selbst zu bauen – sozialen Wohnungsbau und eigenen Wohnraum.
Es gab eine Ankündigung, dass 1.200 Wohnungen durch das Wohnungsbauinstitut der Landesregierung gebaut werden sollen. Dafür gibt es ein beschleunigtes Genehmigungsverfahren, ähnlich wie bei Schulen oder Gesundheitszentren. Das könnte deutlich schneller gehen.
Aus meiner Perspektive hätte man auf diese Idee auch früher kommen können. Es gab sogar kurz nach Amtsantritt der Regierung die Möglichkeit, 88 Wohnungen in einem Neubaugebiet nahe unserer Redaktion vom Bauträger zu kaufen. Der Vertrag war vorbereitet – die neue Regierung ist davon zurückgetreten. Danach ging das Ganze auf den privaten Markt, zu anderen Preisen.
Timothea Imionidou
Man hat das doch kommen sehen.
Ciro Krauthausen
Hinterher ist man immer schlauer.
Timothea Imionidou
Das wird uns auf jeden Fall auch im nächsten Jahr und darüber hinaus beschäftigen. Bleiben wir bei Politik und Wirtschaft. Wir haben im letzten Podcast schon darüber gesprochen: Der bestehende Haushalt der Balearenregierung wird verlängert. Kannst du das politisch einordnen?
Ciro Krauthausen
Die Inseln stehen vor enormen Problemen, vor allem beim Wohnungsraum. Der politische Handlungsspielraum ist begrenzt, weil die konservative Volkspartei Partido Popular keine Mehrheit im Parlament hat. Verhandlungen mit den Sozialisten sind faktisch ausgeschlossen, deshalb hängt die Regierung vom Wohlwollen der Rechtspopulisten von Vox ab. Das ist die ganze Legislaturperiode so und treibt die Volkspartei vor sich her.
Aktuell geht es nicht gut. Die Regierung von Ministerpräsidentin Marga Prohens hat sich geweigert, auf neue Forderungen von Vox einzugehen. Oft geht es dabei um Sprachpolitik: Katalanisch und seine Rolle in Schulen. Für Konservative ist das heikel, weil Katalanisch als Inselsprache verteidigt wird – und weil eine Reduzierung der Förderung schon einmal einer konservativen Landesregierung die Wahlen gekostet hat.
Viele Menschen verbinden damit Kultur und Identität. Es ist die Muttersprache vieler Insulaner, sie ist gegenüber dem allgegenwärtigen Spanisch in der Minderheit und wird deshalb besonders geschützt.
Timothea Imionidou
Ich kann das gut nachvollziehen. Unser Sohn geht in Llucmajor auf eine öffentliche Schule. Dort sprechen viele Kinder Mallorquín, also Katalanisch – auch außerhalb des Unterrichts. Und ich finde das schön. Das ist ihre Sprache.
Mein Sohn spricht Spanisch, Griechisch, Deutsch und Mallorquín. In der Schule sagen sie manchmal: Dein Sohn spricht besser Mallorquín als mancher Bauer im Dorf. Ich finde das toll.
Ciro Krauthausen
Das ist ein großer Reichtum. Jede Sprache ist ein Reichtum. In unserem Haus arbeiten viele Mallorquiner, und sie sprechen untereinander mallorquinisch – das ist ihre Muttersprache. Manche Zuwanderer respektieren das zu wenig.
Meine Kinder sind auch an öffentlichen Schulen, und ich finde das richtig. Spanisch lernen sie ohnehin, und so wachsen sie zweisprachig auf.
Ich selbst verstehe Mallorquín gut und lese es, aber ich spreche es nicht. Man muss sich wirklich reinknien – das geht nicht automatisch, nur weil man Spanisch kann.
Timothea Imionidou
Wir sind kurz abgeschweift.
Ciro Krauthausen
Die Konservativen können bis zu einem gewissen Grad Forderungen nach mehr Spanisch akzeptieren, aber es gibt eine rote Linie. Deshalb sind die Haushaltsverhandlungen gescheitert. Es ging zunächst um die Ausgabenobergrenze für das kommende Jahr – schon daran hat es keine Mehrheit gegeben. Der Haushalt für 2025 wird verlängert.
Timothea Imionidou
Das heißt in der Praxis: Der Haushalt, der für dieses Jahr galt, gilt auch fürs kommende Jahr?
Ciro Krauthausen
Genau. Man kann nicht mehr Geld draufpacken, aber man kann erst einmal weitermachen. Es bedeutet nicht automatisch Stillstand, aber die politischen Verhältnisse werden eingefroren.
Dazu kommt: Die Balearen verfolgen genau, was auf nationaler Ebene passiert. Die Linksregierung in Madrid wackelt weiter. Es gibt immer wieder Hiobsbotschaften für Pedro Sánchez. Ganz Spanien fragt sich: Wie lange geht das noch gut? Es gibt Probleme mit dem parlamentarischen Rückhalt, auch das ist eine Minderheitsregierung. Separatisten um Carles Puigdemont haben ihre Unterstützung zuletzt aufgekündigt. Dazu kommen Korruptionsskandale.
Es kann sein, dass es nächstes Jahr Neuwahlen in Spanien gibt. Dann könnte das auch Auswirkungen auf die Balearen haben. Das wird politisch eng miteinander koordiniert.
Timothea Imionidou
Viele Unsicherheiten – das wird uns 2026 weiter beschäftigen. Zum Schluss wollen wir mit etwas Schönem rausgehen: die vorweihnachtliche Stimmung hier auf Mallorca. Ich finde, da ist wirklich einiges geboten.
Ciro Krauthausen
Ich bin schon viele Jahre hier, aber ich kann mich nicht erinnern, dass es so viele Events, Angebote und Weihnachtsmärkte gab. Gerade in Palma wird richtig gepowert. Das hängt auch damit zusammen, dass das Rathaus Palma stark trommelt für die Bewerbung als Europäische Kulturhauptstadt 2031. Man hat das Gefühl: Es ist viel Geld für Kultur und Veranstaltungen da, Genehmigungen werden erteilt, und man will zeigen, wie viel die Stadt kann.
Es gibt eine enorme Vielfalt, wie man sich auf Weihnachten einstimmen kann. Und das geht hier ohnehin bis Ende Januar weiter.
Timothea Imionidou
San Sebastián?
Ciro Krauthausen
Genau. Es kommen die Heiligen Drei Könige, dann die Feste in Sant Antoni im Osten der Insel und San Sebastián in Palma. Im Grunde ist das ein langer Veranstaltungszeitraum. Jetzt ist erst einmal der Dezember-Endspurt, dann sind die Feiertage.
Timothea Imionidou
Allein die Anzahl der Weihnachtsmärkte – so viel gab es noch nie.
Ciro Krauthausen
Es gab natürlich immer Weihnachtsverkauf und Stände, etwa an der Plaza España. Aber Weihnachtsmärkte im mitteleuropäischen Stil kamen stark durch Nordeuropäer – also auch durch Deutsche. Die Mallorca Zeitung war am ersten größeren Weihnachtsmarkt nach deutschem Vorbild beteiligt. Das war 2007, gemeinsam mit dem Inselradio und dem Pueblo Español.
Seitdem sind immer mehr dazugekommen. Für Unternehmer ist das interessant, da wird Umsatz gemacht. Und viele Mallorquiner reisen auch nach Deutschland zu Weihnachtsmärkten – Nürnberg steht hoch im Kurs, das berichten Reisebüros.
Ein jüngerer Neuzugang ist ein Markt, der von österreichischen Unternehmern kommt. Geplant war das unterhalb der Kathedrale, das hat letztes Jahr nicht geklappt, dieses Jahr teilweise. Es gab Anwohnerproteste, weil viele nicht wollten, dass noch eine große Veranstaltung in ihrer Nähe stattfindet. Es schwang auch die Frage mit, ob ein weiterer mitteleuropäischer Markt wirklich zu den ursprünglichen Traditionen passt.
Beides kann man nachvollziehen. Auf der anderen Seite gibt es wirtschaftliche Gründe: Es schafft Umsatz und Arbeitsplätze. Die Einzelhandelsverbände standen dahinter. Ganz reibungslos lief es nicht – einige Elemente wie eine geplante Rodelbahn kamen nicht zustande, und es gab viel Diskussion. Trotzdem läuft es offenbar ganz gut.
Timothea Imionidou
Trotzdem schön.
Ciro Krauthausen
Ja. Und diese Weihnachtszeit beginnt gefühlt auch jedes Jahr früher. Die Lichter wurden schon sehr früh eingeschaltet – alles, um Weihnachtsstimmung zu schaffen und gleichzeitig die Wirtschaft am Laufen zu halten.
Timothea Imionidou
Bist du denn schon in Weihnachtsstimmung?
Ciro Krauthausen
Ich bin nicht so ein großer Weihnachtsfan. Ich freue mich schon, aber eher zurückhaltend. Meine Familie und meine Töchter sind dagegen schon richtig in Stimmung.
Timothea Imionidou
Sehr schön. Vielen Dank für das Gespräch, das hat mir viel Spaß gemacht. Ich hoffe, wir sprechen im neuen Jahr wieder – vielleicht an gleicher Stelle. Vielen Dank fürs Zuschauen und fürs Zuhören.
Ciro Krauthausen
Und auf der Mallorca Zeitung.
Timothea Imionidou
Und auf der Seite der Mallorca Zeitung natürlich. Tschüss.
Autorin: Timothea Imionidou / Mitarbeit: Nils Gießler