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Steuerkontrollbilanz 2025: Große Vermögen, "falsche Nichtresidenten" und Auslandskonten im Blick

Die jetzt veröffentlichte Jahresbilanz der Agencia Tributaria zeigt, wie stark Spanien inzwischen auf Datenanalyse, internationale Informationsquellen und gezielte Prüfungen setzt.

07. Juli 2026

Die spanische Steuerbehörde hat im vergangenen Jahr im Rahmen ihrer Kontroll- und Präventionsmaßnahmen, die zunehmend datenbasiert und international vernetzt ablaufen, eine Gesamtsumme von 22,7 Milliarden Euro erzielt. Das sind gut 20 Prozent mehr als im Vorjahr, wie es in einer Pressemitteilung der Behörde vom 2. Juli heißt. Die Ergebnisse sind Teil der jährlichen Bilanz der Agencia Tributaria zur Prävention und Bekämpfung von Steuerbetrug – und augenscheinlich ist auch der Bericht selbst mit seiner offensichtlich abschreckenden Intention Teil dieser Präventionsmaßnahmen. 

Große Vermögen, Ansässigkeit, Vermietung

Ein besonderer Schwerpunkt lag 2025 erneut auf großen Vermögen einschließlich der Prüfung des familiären und gesellschaftsrechtlichen Umfelds. Ziel ist es, opake Gesellschaftsstrukturen aufzudecken, mit denen die Inhaberschaft von Einkünften oder Vermögenswerten verschleiert und steuerliche Pflichten umgangen werden könnten, wie es heißt. Dabei habe man in mehr als 1.300 Verfahren insgesamt 547 Millionen Euro Steuerschulden festgesetzt. Das entspricht einem Anstieg von 4,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. 

Explizit verweist die Steuerbehörde auf ein System zur Erkennung sogenannter “falscher Nichtresidenten” mit erheblichem Vermögen. Im Jahr 2025 trug dieses Instrument dazu bei, bei 145 Steuerpflichtigen insgesamt 68 Millionen Euro festzusetzen. Nach Einschätzung der Steuerbehörde waren diese Personen formal in anderen Ländern angesiedelt, hatten ihre tatsächliche steuerliche Ansässigkeit jedoch in Spanien.

Auch die Vermietung ist ein Schwerpunkt der Kontroll- und Präventionsarbeit - wobei die Behörde hier erfolgreich auf automatisierte Informations- und Warnmeldungen in den Steuerdaten des Steuerpflichtigen setzt. Diese “Hinweise” erscheinen insbesondere dann, wenn der AEAT Informationen zu Immobilien vorliegen, die auf mögliche Einkünfte aus Vermietung oder sonstige steuerlich relevante Immobilieneinkünfte hindeuten. Nach Angaben der Behörde hatte diese Strategie in den vergangenen zehn Jahren knapp 1,5 Millionen zusätzliche Erklärungen mit Immobilienkapitaleinkünften zur Folge. Dies entspricht einer zusätzlichen Steuererhebung von 1,22 Milliarden Euro. 

Mehr als zwei Millionen Steuerkontrollen

Die Behörde nahm 2025 insgesamt mehr als zwei Millionen Kontrollmaßnahmen im Bereich der spanischen Binnensteuern vor. Das entspricht einem Anstieg von 1,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Davon entfielen mehr als 52.000 Maßnahmen auf besonders komplexe Bereiche wie große Unternehmen, große Vermögen, missbräuchliche Gesellschaftsstrukturen und die Bekämpfung der Schattenwirtschaft. In diesem Segment stieg die Zahl der Maßnahmen um 12,7 Prozent.

Ein eigener Schwerpunkt betrifft Gesellschaften, die in den Augen der Steuerprüfer genutzt werden, um die persönliche Einkommensteuer zu reduzieren oder private Kosten über die Gesellschaft laufen zu lassen. Die AEAT nennt ausdrücklich Fälle, in denen professionelle Leistungen über eine Gesellschaft abgerechnet werden oder private Aufwendungen wie Wohnung, Fahrzeuge oder sonstige private Dienstleistungen in der Gesellschaft verbucht werden. 2025 gab es hierzu knapp 5.400 Prüfungsmaßnahmen, ein Plus von 21,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Neben direkten Steuerfestsetzungen kürzte die Agencia Tributaria im vergangenen Jahr unzutreffend geltend gemachte negative Bemessungsgrundlagen, noch nicht angewendete Abzüge und ausgleichbare Steuerbeträge in Höhe von insgesamt 6,331 Milliarden Euro. Diese Maßnahmen seien für künftige Steuerperioden besonders relevant, da sie die steuerliche Bemessungsgrundlage der kommenden Jahre erhöhen können. 

Kampf gegen die Schattenwirtschaft

Bei der Aufdeckung verdeckter Umsätze prüfte die Agencia Tributaria 2025 deutlich intensiver. Die Zahl dieser Maßnahmen stieg um 37 Prozent. Die daraus resultierenden Nachversteuerungen beliefen sich auf 439 Millionen Euro.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf Prüfungen mit Unterstützung der Einheiten für IT-Audit, den sogenannten UAI. Bei Steuerpflichtigen, bei denen Vor-Ort-Prüfungen und Durchsuchungsmaßnahmen mit Unterstützung dieser Einheiten durchgeführt worden waren, setzte die Behörde Steuern und Sanktionen in Höhe von 218 Millionen Euro fest. Das entspricht einem Anstieg von 56 Prozent. Betroffen waren 1.621 Steuerpflichtige, knapp 9 Prozent mehr als im Vorjahr. Nach Angaben der Steuerbehörde erleichtern diese Maßnahmen die Aufdeckung nicht erklärter Einkünfte, verbessern die Beweislage und verkürzen die Dauer der Prüfungen.

Auch die Erkennung unregelmäßiger Rechnungsstellung bleibt ein zentraler Baustein im Kampf gegen Steuerbetrug und unlauteren Wettbewerb. Im Jahr 2025 wurden in diesem Bereich Verfahren gegen 1.330 Steuerpflichtige abgeschlossen. Die festgesetzten Beträge erreichten 296 Millionen Euro, ein Anstieg von 35,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Auslandsinformationen und Krypto

Ein weiteres wichtiges Kontrollfeld ist die Auswertung internationaler Finanzinformationen - Auslandskonten und Einkünfte aus anderen Ländern sind in Spanien faktisch immer weniger "unsichtbar". Über die europäische DAC2-Richtlinie, den OECD-Standard CRS und das FATCA-Abkommen mit den USA erhielt die Agencia Tributaria Informationen über Finanzkonten im Ausland. Auf dieser Grundlage wurden im Jahr 2025 gegenüber gut 800 Steuerpflichtigen insgesamt 261 Millionen Euro festgesetzt.

Bei Kryptowährungen wurden laut dem Bericht Informationen von 34 Einrichtungen mit mehr als 40.600 Bankkonten und mehr als 43.000 identifizierten Inhabern oder Bevollmächtigten ausgewertet. Bei Neobanken verlangt die AEAT Informationen über virtuelle Konten, Zahlungskonten, Inhaber, Bevollmächtigte sowie kumulierte Belastungen und Gutschriften.

Im Bereich der laufenden steuerlichen Überprüfung wirtschaftlicher Tätigkeiten wird besonders die Entwicklung bei der Körperschaftsteuer hervorgehoben. Durch spezialisierte regionale Teams habe man mehr Unregelmäßigkeiten feststellen und korrigieren können. Die Zahl der Maßnahmen stieg demnach 2025 um 13,6 Prozent; innerhalb von zwei Jahren um 29,3 Prozent. Die festgesetzten Beträge erhöhten sich im Jahresvergleich um 7,9 Prozent und innerhalb von zwei Jahren um 32,8 Prozent.

Konsistente Dokumentation immer wichtiger

Der Bericht der Steuerbehörde macht deutlich, dass eine konsistente Dokumentation insbesondere für Steuerpflichtige mit internationalem Bezug, komplexen Vermögensstrukturen oder wirtschaftlicher Tätigkeit in Spanien weiter an Bedeutung gewinnt: Entscheidend ist nicht nur die korrekte Erklärung einzelner Einkünfte, sondern auch die Nachvollziehbarkeit der gesamten Vermögens-, Gesellschafts- und Ansässigkeitsstruktur.

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